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Zeitschrift Leitartikeln
Freitag, 04 März 2022
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Liebe Leserin, lieber Leser,

Die Generalversammlung vom 26. November 2021 hat mich ins Präsidium von Uniterre gewählt. Bei allem Respekt vor dieser anspruchsvollen Aufgabe weiss ich, dass ich gute und engagierte Leute im Vorstand und im Sekretariat zur Seite habe. Meine Rolle sehe ich nicht als Chef, sondern viel mehr als Diener für die Visionen von Uniterre.

Für die künftige Arbeit von Uniterre sehe ich 3 Schwerpunkte:

Ernährungssouveränität gemäss La Via Campesina

Nachhaltigkeit (sozial, wirtschaftlich und umweltbezogen)

Vermehrte Arbeit mit den Konsumentinnen und Konsumenten

Die Ernährungssouveränität mit dem neoliberalen und globalistischen Credo der Welthandelsorganisation WTO ist nicht in Einklang zu bringen. Deshalb muss Uniterre darauf hinarbeiten, den Agrarsektor aus den Freihandelsverträgen und der WTO herauszulösen.

Soziale Nachhaltigkeit muss dem ländlichen Raum angemessene Löhne, soziale Absicherung und korrekte Arbeitsbedingungen sichern.

Dies ist nur möglich, wenn die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Sektors durch einträgliche Preise gewährleistet ist. Preise, die die Produktionskosten decken und die Schaffung von Reserven für zukünftige Investitionen ermöglichen.

Bei der ökologischen Nachhaltigkeit ist der Klimaschutz hervorzuheben. Die Landwirtschaft ist von der Klimaerwärmung als erste betroffen. Gleichzeitig steht sie aber auch in der Verantwortung bei den Treibhausgas-Emissionen: CO2 durch fossile Brennstoffe, dann aber insbesondere Methan, Ammoniak und Lachgas bei Tierhaltung und Düngung.

Wenn wir den Aderlass der Landwirtschaft stoppen, mehr Ernährungssouveränität sowie nachhaltigere Betriebe wollen, kommen wir nicht darum herum, die Konsumentinnen und Konsumenten mit ins Boot und in die Verantwortung zu holen. Alle müssen sich bewusst werden, dass Ernährungssouveränität und Nachhaltigkeit ihren Preis haben. Die 12 %, die ein Schweizer Haushalt durchschnittlich für Lebensmittel ausgibt, werden nicht ausreichen, um dieses Preisziel zu erreichen. Daher die Notwendigkeit, Hand in Hand mit den Konsumenten und Konsumentinnen zu arbeiten.

In diesem Sinne freue ich mich auf die neuen Herausforderungen und wünsche Euch gute Gesundheit und ein erfolgreiches 2022.

Maurus Gerber

Zu meiner Person:

Ich bin 1955 In Goldau / SZ geboren und habe meine Ausbildung mit dem Diplom als Agro-Ingenieur am Schweiz. Landw. Technikum SLT (heute HAFL) in Zollikofen abgeschlossen. Ab 1989 habe ich mit meiner Familie in Ste-Croix / VD einen Milchwirtschaftsbetrieb geführt und weiterentwickelt, den wir Ende Oktober 2020 einem jungen, motivierten Paar übergeben konnten, das ihn in ähnlichem Sinne weiterführt. Seither wohnen wir in Scuol im Unterengadin.

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