Donnerstag, 26 Mai 2016
Sonntag, 24 April 2016
auf dem Bauernhof von Dominique Fragnière in Fuyens (Fribourg)
 
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Freitag, 15 April 2016
„Wir fordern die Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft“
Wir reichen heute eine Verfassungsinitiative ein, mit dem Ziel eine möglichst breite Diskussion in der Öffentlichkeit über unsere Ernährung, über Landwirtschaft und über deren politische Zusammenhänge zu führen.
Wir wollen diese Debatte anstossen, damit unsere Verfassung nicht zur Totgeburt verkommt.
Donnerstag, 14 April 2016
Ein Jahr nach Quotenende - Fiasko für die europäischen Milcherzeuger
Am 1. April ist es ein Jahr her, dass die Milchgarantiemengenregelung, wie die Milchquote im Fachjargon genannt wurde, von der Politik abgeschafft wurde. Dieser Schritt hin zur Liberalisierung des Milchmarktes der EU entpuppt sich schon nach so kurzer Zeit als historischer Fehler.
Freitag, 01 April 2016
17. April, 11.00-15.00 Wir haben die Volksinitiative für Ernährungssouveränität erfolgreich am 30. März eingereicht. Richtig feiern wir am Sonntag 17. April von 11.00 bis 15.00 auf die Bauernhof von Dominique Fragnière in Fuyens (FR), Rte de Massonnens 14D, 1690 Villaz-St-Pierre (nah von Romont). Anmeldung ist nötig bis 8. April
Freitag, 01 April 2016
Einreichung „Initiative für Ernährungssouveränität. Die Landwirtschaft betrifft uns alle.“
Für einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik!
Die Bauerngewerkschaft Uniterre und l'autre syndicat, zwei Mitgliedorganisationen von La Via Campesina, haben sich gemeinsam mit über 70 Organisationen dafür eingesetzt, dass die Schweizer Bevölkerung endlich eine richtige, öffentliche Debatte zur Agrar- und Ernährungspolitik führen kann. Wir sind hocherfreut, dass wir mit über 131'600 gesammelten und 109'655 beglaubigten Unterschriften den Erfolg dieser ersten Etappe ankündigen können.
Mittwoch, 30 März 2016

Einreichung „Initiative für Ernährungssouveränität. Die Landwirtschaft betrifft uns alle.“
Für einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik!
Die Bauerngewerkschaft Uniterre und l'autre syndicat, zwei Mitgliedorganisationen von La Via Campesina, haben sich gemeinsam mit über 70 Organisationen dafür eingesetzt, dass die Schweizer Bevölkerung endlich eine richtige, öffentliche Debatte zur Agrar- und Ernährungspolitik führen kann. Wir sind hocherfreut, dass wir mit über 131'600 gesammelten und 109'655 beglaubigten Unterschriften den Erfolg dieser ersten Etappe ankündigen können.
Dienstag, 15 März 2016
Denn es wäre eine zentrale Koordination wichtig. Eine freiwillige Mengenreduzierung lediglich auf Ebene von Produzenten-organisationen und Genossenschaften  kann den Milchmarkt NICHT stabilisieren
Die EU-Agrarminister haben gestern in Brüssel Maßnahmen für den Milchsektor beschlossen.
Montag, 14 März 2016
Ministerrat muss MVP auf EU- Ebene voranbringen
Heute treffen sich die EU-Agrarminister in Brüssel, um über zukünftige Maßnahmen im Milchsektor zu beraten. Die Zeit drängt, endlich wirksame Instrumente zu beschließen. Die Marktbeobachtungsstelle (MMO) der Europäischen Union konstatiert seit Monaten fallende Preise aufgrund von steigenden Produktionsmengen am Milchmarkt. Entwarnung kann auch für 2016 nicht gegeben werden. Europas Milchbauern stehen mit dem Rücken zur Wand.
Donnerstag, 10 März 2016
Basel, Bern, Lausanne, 10. März 2016
Unter der Leitung von Uniterre wurden eine gemeinsame Presseerklärung und eine Petition lanciert.
Unterschreiben Sie so schnell wie möglich die Petition, die auf die Bruno Manser Fonds website zu finden ist.
Handelsvertrag mit Malaysia: Kein Zollabbau für Palmöl
Anlässlich der am Montag beginnenden sechsten Verhandlungsrunde mit Malaysia fordert eine breite Koalition schweizerischer Organisationen[1] vom Bundesrat, Palmöl vom Freihandelsabkommen auszuschliessen. Denn der Anbau geht oft mit der Zerstörung von Regenwald und dessen Biodiversität sowie der Missachtung der Menschenrechte einher. Ein durch das Abkommen herbeigeführter Zollabbau auf nicht nachhaltig produziertes Palmöl würde diese Probleme weiter verschärfen und sich auch für die Ölsaatenproduktion sowie die Gesundheit der Schweizer KonsumentInnen als nachteilig erweisen.
Montag, 07 März 2016
Lausanne, 7.März 2016
Die Initiative für Ernährungssouveränität wird eingereicht.
Bis heute sind mehr als 128'000 auf dem Sekretariat der Initiantin, der Bäuerinnen - und Bauerngewerkschaft Uniterre, eingetroffen. Das Initiativkomitee mit über 70 Organisationen wird nach intensiven Kampagnenmonaten die Unterschriftensammlung in wenigen Tagen erfolgreich abschliessen können.
Freitag, 04 März 2016
Bravo! Und vielen Dank an alle Sammlerinnen und Sammler! Nach dem ausserordentlich ergiebigen Abstimmungswochenende sind bis 11. März über 130'000 Unterschriften bei uns eingetroffen. Den Zahl von beglaubigte Unterschriften steht im Moment auf 105'000. Noch etwa 5'000 sollen von den Gemeinden zurückgesendet werden.
Wir brauchen noch Hilfe ins Büro in Lausanne, um die Unterschriften beglaubigen zu lassen: zählen, sortieren, an der Gemeinde schicken, wieder zählen, usw!
Wenn Sie einige Stunden zu Verfügung haben: info@souverainete-alimentaire.ch / 021 601 74 67
Einreichung Tag: 30. März, 13.30, Bundeskanzlei
Vielen Dank
Freitag, 26 Februar 2016
Auf der Zielgeraden: es fehlen und nur noch 6'000 Unterschriften!Bravo an alle, bis dato haben wir 114'000 Unterschriften gesammelt! Mit dem Annullierungsgrad der Gemeinden und der Eidgenossenschaft müssen wir 120'000 sammeln, es bleiben also noch 6'000, die wir sammeln müssen, wovon 4‘500 in der Deutschschweiz.Sendet uns bitte ALLE Unterschriftenbogen - auch die unvollständig ausgefüllten - spätestens am 29. Februar per A-Post!!!! DANKE
Freitag, 26 Februar 2016
„Nur wer nicht kämpft, hat schon verloren!“
Der gesamte Ernährungsmittelbereich ist völlig am Abdriften. Die Entscheidung darüber, was auf unsere Teller kommt, wird nicht auf den Bauernhöfen oder in den Küchen der KosumentInnen getroffen, sondern in den Verwaltungsräten von einigen grossen Konzernen, die den Nahrungsmittelbereich fest im Griff haben. Das ist Raubrittertum an einem lebenswichtigen Gut, an unserer Nahrung. Mehr als die Hälfte der Pestizidsektors und fast die Hälfte des Saatgutsektors sind heute in der Hand von drei multinationalen Konzernen: Dow-Dupont, Monsanto, Syngenta-Chemchina. 
Freitag, 26 Februar 2016
Sehr geehrter Herr Präsident der Europaische Kommission,
herzlichen Dank für Ihr Antwortschreiben vom 18. Dezember 2015. Wir Milcherzeuger schätzen es, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit unseren Argumenten auseinander zu setzen.
Freitag, 26 Februar 2016
EU-Agrarpolitik darf europäische Erzeuger nicht weiter gegeneinander aufbringen  Die Europäische Union ist längst nicht mehr die solidarische und friedenssichernde Institution, die sie für viele von uns für lange Zeit war. Ob beim Brexit, Grexit, in der Flüchtlings- oder der Finanzkrise: Es wirken momentan viele Kräfte, die die Länder der EU eher voneinander weg, als aufeinander zu bewegen.  Auch der Agrarsektor trägt heute zur Spaltung der Union bei. Hier die Forderung nach einer wirklichen GEMEINSAMEN AGRARPOLITIK!
Montag, 08 Februar 2016
Bis 2012 hat Kolumbien eine Reihe von Freihandelsverträgen abgeschlossen: mit den Vereinigten Staaten, Kanada, der Europäischen Union, der Schweiz sowie der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA und anderen. Seitdem hat sich eine Ernährungskrise in Kolumbien entwickelt und viele Bauern sind in ihrer Existenz bedroht. Als Konsequenz der Freihandelsverträge wurde die internationale Vereinbarung zum Schutz der Pflanzenzüchter (UPOV 91) in die nationale Gesetzgebung aufgenommen und die Resolution 970 von 2010 verbietet die Verwendung von lokalen und traditionellen Sorten.
Montag, 08 Februar 2016
Hermann Dür leitet die Familienunternehmen Hermann Dür AG, Handelsmühle, in Burgdorf. Ist ein in der Getreidemüllerei tätiges mittelgrosses Familienunternehmen mit langer Tradition. Seine Stellungnahmen über die Nahrungsmittelspekulation Initiative.
"Vor einigen Jahrzehnten lehnte mein Vater, wie ich ein Müller und FDP-Mitglied, eine für ihn vermutlich gewinnbringende Sponsoringanfrage angewidert ab. Dabei wären bei einem Strassenumzug Brote, ausgelobt als Brote aus unserem Mehl, von einem Wagen aus den Zuschauern zugeworfen worden.
Dienstag, 02 Februar 2016
Neue Methode für den todsicheren Preiskampf! - Zielkosten
Ich erinnere mich noch an den lebhaften Austausch mit einem Studienleiter für Entwicklungsökonomie während meines Studiums an der ETH in Zürich. Mit Hilfe einiger Grafiken erklärte er, wie eine Geldabwertung in einem Entwicklungsland die ökonomische Situation des Landes verbessern könne. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalts in einem westafrikanischen Land, welches die Abwertung des Franc CFA hinnehmen musste, versuchte ich ihm mit Fakten das Gegenteil aufzuzeigen. Seine Antwort war: «Wie Sie bemerken, sind meine Grafiken schlüssig, wenn die Menschen nicht in der Lage sind, sich an die Modelle anzupassen, ist das nicht mein Problem». ... Auch 20 Jahre später kann ich diese Antwort nicht vergessen.
Mittwoch, 27 Januar 2016
Papst Franziskus bestärkt Milcherzeuger in ihrer Aufgabe, für eine gerechte und nachhaltige Landwirtschaft zu kämpfen
(Rom, 27. Januar 2016) Einen außergewöhnlichen Schutzpatron haben sich die europäischen Milchbauern gesucht, um Solidarität in ihrer schwierigen Situation zu erfahren. 140 Mitglieder des European Milk Board haben heute im Vatikan einer Audienz des Papstes beigewohnt und seinen Beistand erbeten. Milchbauern aus ganz Europa - von Frankreich bis Litauen - machten sich auf den Weg nach Rom, um den Segen für sich, ihre Familien und ihren Berufsstand einzuholen.
Mittwoch, 13 Januar 2016
Liebe Milchbäuerinnen und Milchbauern, liebe Interessierte,
Text: [begin]
Ein schwieriges und hartes Jahr für die Landwirtschaft ist vorbei.
Aus meiner Sicht ist es vollkommen klar, dass das "Instrumentarium" politischer Maßnahmen, das der Kommission zur Verfügung steht, um den Milchpreis nach dem Ende der Quoten zu stützen, jämmerlich unzulänglich ist. Es ist gut möglich, dass dies auch während des Bestehens der Quoten der Fall war, aber deren Existenz - dieser eine konstante Faktor - hat dem Markt ein gewisses Maß an Stabilität gegeben. Nach Abschaffung der Quoten und dem absoluten Verfall der Einnahmen der Landwirte durch die heftigen Preisschwankungen muss selbst die Kommission einsehen, dass es so nicht weitergehen kann. Es ist an der Zeit, die politischen Platzpatronen wegzupacken und schwerere Geschütze aufzufahren.
Denjenigen, die sagen, dass der Markt den Preis bestimmen muss und sich der Markt nicht irren kann, halte ich schlicht entgehen, dass der Markt beim Milchpreis oft komplett daneben liegen kann - und liegt. Und der Markt bekommt dabei viel Unterstützung. Da sind zum einen die, die von den chaotischen Milchpreisänderungen und schwankenden Einnahmen der Erzeuger profitieren.
Dienstag, 12 Januar 2016
Endspurt um den Weg frei zu machen -
für eine menschenwürdige, solidarische, einträgliche
und umweltschonende Landwirtschaft.
Die Volksinitiative « für Ernährungssouveränität. Landwirtschaft betrifft uns alle » steht drei Monate vor ihrer Übergabe an die Bundeskanzlei. Der Herbst erwies sich mit Spitzen von 6000 Unterschriften pro Woche als sehr ertragsreich. Jetzt in der kalten Jahreszeit, in der sich das Sammeln entsprechend schwieriger gestaltet, organisieren wir nationale Sammeltage.
Dienstag, 05 Januar 2016
Die niederländische Molkerei Friesland Campina zahlt Milcherzeugern einen Bonus bei Lieferbegrenzung
 Mit Friesland Campina hat nun kürzlich eine der großen europäischen Molkereien ein wichtiges Instrument eingeführt, um weiteren Produktionssteigerungen am Milchmarkt entgegen zu wirken. Über eine Bonuszahlung sollen Milcherzeuger animiert werden, ihre Produktion nicht zu erhöhen oder sie gar zu reduzieren. Die Erzeuger sollen einen Aufschlag von 2 Cent/kg Milch erhalten, wenn sie für den Zeitraum 1. Januar - 11. Februar 2016 nicht mehr bzw. sogar weniger anliefern. Referenzmenge ist dabei die durchschnittliche Tageslieferung innerhalb des Vergleichszeitraums 13. - 27. Dezember 2015. 
Samstag, 11 April 2020
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Auch in einer globalisierten Welt handelt jeder Staat in der Krise für sich selbst. Die Anfälligkeit des internationalen Ernährungssystems angetrieben durch Effizienz- und Wertschöpfungssteigerung wird offensichtlicher. Wie sicher ist unsere Lebensmittelversorgung noch? Der Bundesrat hat immer betont, dass von den Grenzschliessungen der Güterverkehr nicht betroffen sei. Was wenn die globalen Warenströme ins Stocken geraten und Lieferengpässe zu erwarten sind?

Exportstopp und Restriktionen

Deutschland hat Anfangs März zur Sicherstellung des „lebenswichtigen Bedarfs“ einen Exportstopp für medizinisches Schutzmaterial erlassen und dadurch unter anderem eine Lieferung von Schutzmasken, die für die Schweiz bestimmt waren, an der Grenze gestoppt. Zudem hat Emmanuel Macron für Frankreich alle Atemschutzmasken beschlagnahmt. Das haben auch Spitäler in der Westschweiz zu spüren bekommen. Markus Häfliger, Bundeshausredaktor der Tamedia, schreibt der deutsche Exportstopp droht sich zum eigentlichen Handelsembargo gegen die Schweiz auszuweiten (Tagesanzeiger vom 11.3.20). Trotz Freihandelsabkommen unterstützte die EU die restriktive Haltung gegenüber der Schweiz. Erst als sie erkannte, dass die Schweiz über Medizinaltechnik verfügt, die in der EU benötigt wird, deren Lieferung aber dann im Gegenzug theoretisch ja ebenfalls unterbunden werden könnte, krebste sie zurück. In den vergangenen Wochen haben 55 Länder die Grenzen für medizinische Güter dichtgemacht. Hermann Dür, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Vereinigung Industrie und Landwirtschaft (SVIL) kommentiert die Situation wie folgt: «Die derzeitigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass Recht und Goodwill aus früheren Leistungen in der Not nur noch beschränkte Wirkung haben. Es wäre schwer zu begründen, warum das bei Nahrungsmittel anders sein sollte.»

Ernährungssicherheit in der Schweiz

Die Ernährungssicherheit wird am Selbstversorgungsgrad gemessen, dieser lag gemäss Agrarbericht 2019 bei 50% in 2017. Die Schweizer Landwirtschaft ist in hohen Masse abhängig von Dünger-, Saatgut- und fossilen Brennstoff-Importen. In der Bundesverfassung steht, dass im Fall «machtpolitischer oder kriegerischer Bedrohungen sowie in schweren Mangellagen, denen die Wirtschaft nicht selbst zu begegnen vermag» sicherzustellen ist, dass die Landesversorgung funktioniert. Deswegen betreibt der Bund Pflichtlager mit Zucker, Reis, Weizen und Weiteres für einen drei bis vier monatigen Bedarf. «Solange der Import läuft, gibt es keine Engpässe. Sollt sich das ändern, gibt es für Produkte wie beispielsweise Fette, Öle, Eier oder Zucker mit tiefem Selbstversorgungsgrad rasch Schwierigkeiten». Sagte Bauernpräsident Markus Ritter gegenüber dem Schweizer Bauer vom 21. März 2020.

Im 2007 gab es schon einmal einen Exportstopp in 40 Länder aufgrund der schlechten Ernte. Der Bundesrat argumentierte jedoch, dass mit Verboten von Exportrestriktionen und Exportzöllen die Importmöglichkeit ausländischer Nahrungsmittel abgesichert werden könne. Diese Haltung des Bundesrates kritisiert Hermann Dür, Unternehmer in der Lebensmittelindustrie und der Logistk. Er betont, «dass 1) Macht- und Souveränität mit Agrarfreihandelsabkommen zusammenhängen können. - Warum? Grundnahrungsmittel sind für die ganze Bevölkerung unverzichtbare und daher sensible Güter. Wer die Verfügungsgewalt über Nahrungsmittel hat, hat Macht über Andere. 2) Soweit Agrarfreihandel die Inlandproduktion durch Importe ersetzt, können Grundnahrungsmittel zu einem gewichtigen souveränitätspolitischen Pfand zu Lasten des Importeurs werden. 3) Dabei gilt: Je höher die Importabhängigkeit bei Grundnahrungsmittel ist (je tiefer also der Selbstversorgungsgrad), desto glaubwürdiger können Nahrungsmittel im internationalen „Powerplay“ eingesetzt werden. 3) Als Durchsetzungsintrumente kommen erfahrungsgemäss a) effektive Lieferunterbindung oder – heute wahrscheinlicher - b) Erpressung damit (via schwarze Listen, vage Andeutungen, Guillotineklauseln, etc.) in Frage.»

Macht sich die Schweiz erpressbar?

Zudem betont Hans Bieri, Geschäftsführer des SVIL, dass an der Pressekonferenz des Bundesrates vom 20. März 2020 auch das Thema „Transit“ von lebensnotwendigen Gütern (z.B. Schutzmasken, Desinfektionsmaterial) nochmals angeschnitten worden ist. «Es verstimmt, dass Frau Sommaruga gemäss ihrer Aussage von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen keine klare Anwort für ein Ja erhalten hat. Dies zeigt auf, dass sich die EU unschlüssig ist, ob sie der Schweiz aufgrund der bilateralen Verträge diesbezüglich die gleichen Rechte zukommen lassen will». Mit dieser Haltung der EU ist die Schweiz in einer Situation, in welcher sie sich erpressbar macht. Laut Bieri ist bereits dieses Zögern auch bei einem späteren Ja als Alarmsignal für alle weiteren Verhandlungen der Schweiz mit der EU bezüglich eines Rahmenabkommen zu werten!

Folgen im Inland von «ausserordentlicher Lage» für die Bauern

Seit der Bundesrat beschlossen hat, dass alle Bauernmärkte nicht mehr stattfinden können, bricht für viele Bäuerinnen und Bauern ein wichtiges Einkommensstandbein weg. Hinzu kommt, dass viele eingelagerte Produkte nicht mehr verkauft werden können. Daher hat der Verein der Berner Märkte einen offenen Brief an Bundesrätin Sommaruga geschrieben. Es sei nicht gerechtfertigt, dass die Grossverteiler noch offenbleiben, aber die Märkte schliessen müssen. Wenn die Richtlinien des Bundes eingehalten werden können, sollte es möglich sein, auch an einem Markt ohne höheres Verbreitungs-Risiko der Corona-Viren einzukaufen. Kopfzerbrechen bereiten auch die geschlossenen Grenzen die die Einreise von den tausenden von Erntehelfer*innen nicht garantiert. Wie Philipp Bösiger, Geschäftsführer der Bösiger AG aus Niderbipp, einem der grössten Gemüseproduzenten der Schweiz, gegenüber der NZZ sagte: «Fehlt das nötige Personal, können wir die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln nicht aufrechterhalten».

Welche Lösungsansätze gibt es?

Die Schweiz hat seit 1918 keine Hungersnot mehr gehabt. Damit ist unser Risikobewusstsein nicht mehr präsent. Da die AP22+ gerade in Bearbeitung ist, wäre es sinnvoll, wie Hermann Dür betont, folgende Anpassungen zu gewährleisten: «Wir brauchen eine Agrarpolitik, die 1. unseren Selbstversorgungsgrad sicher nicht noch weiter reduziert, die 2. für Landwirte echte finanzielle Anreize schafft, um in der Schweiz zu produzieren (was den Kürzungen von Direktzahlungen entgegensteht), 3. die davon ausgeht, dass Dritte nicht immer Nahrungsmittel für uns zur Verfügung haben, und dass 4. diese nicht immer störungsfrei aus dem Ausland angeliefert werden können. Die bittere Wahrheit ist: Wir brauchen eine starke schweizerische Agrarpolitik für eine Welt, in der leider nicht immer alles funktioniert! »

Die Schweiz braucht offene Grenzen. Jedoch sollte die Strategie des Agrarfreihandels überdacht werden. Wenn wir das Konzept der Ernährungssouveränität besser umsetzten würden, hätten wir eine standortgerechte regionale Landwirtschaft, welche gesunde Nahrungsmittel für die Bevölkerung produziert und auch im Krisenfall robust dasteht, so dass wir uns nicht erpressbar machen.

Martina Brun, studierte Ökologische Wirtschaft und Politik, arbeitet aktuell auf einem Bio-Betrieb und engagiert sich in der Sektion Luzern von Uniterre.

Freitag, 10 April 2020
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17. April 2020 – Aufruf zur Mobilisierung von La Via Campesina – Internationaler Tag des kleinbäuerlichen Widerstands.

Am 17. April wird sich La Via Campesina am Internationalen Tag des kleinbäuerlichen Widerstands beteiligen, um erneut auf die historische Rolle der Kleinbäuer_innen für die Gesellschaft und ihre fundamentale Bedeutung als Ernährer_innen der Bevölkerung in Zeiten von Krieg, Faschismus, Autoritarismus und Pandemien aufmerksam zu machen.

Covid-19 hat die Welt lahmgelegt. Der tödliche Virus offenbart die Verwundbarkeit des derzeitigen globalen Ernährungssystems, das von der industriellen Landwirtschaft dominiert wird sowie die Gefahren, die es für alle Lebensformen darstellt. Wir sollten aus dieser Krise lernen und in den Aufbau eines lokalen, widerstandsfähigen und vielfältigen Ernährungssystems investieren. Staaten müssen damit beginnen, die Implementierung von Ernährungssouveränität mittels agrarökologischer Produktion umzusetzen und durch weit verbreitete Agrarreformen zu ermöglichen.

Diese außerordentlichen Umstände, mit denen sich die Menschheit heute konfrontiert sieht, erfordert von den Staaten, die Rechte von Kleinbäuer_innen und allen anderen in der Landwirtschaft tätigen Personen, wie in der Deklaration der Vereinten Nationen im Jahr 2018 dargelegt (UNDROP), gerade jetzt besonders zu schützen und zu garantieren.

Lasst uns Solidarität aufbauen!
In der Woche des 17. Aprils wird La Via Campesina erneut die Gefahren des Kapitalismus und seine verheerenden Folgen – politische, soziale, ökonomische und jene der Gesundheitskrise – aufzeigen. Die Lage der bereits ausgebeuteten städtischen und ländlichen Arbeiterklasse wurde durch die Ausbreitung des COVID 19 und den darauffolgenden ökonomischen Nachwirkungen prekärer als je zuvor. Daher müssen wir diesen Moment nützen, um uns zu wehren, Solidarität zu schaffen und Bündnisse zwischen verschiedenen Klassen der ländlichen und städtischen Gebiete ins Leben zu rufen.

Allianzen zwischen den gefährdeten Bereichen der Gesellschaft, den kleinen Lebensmittelhersteller_innen und Konsument_innen müssen gebildet werden, um fairen Handel und gesunde Lebensmittel zu fördern. Während dieser Krise müssen wir die profitgesteuerte Expansionspolitik der transnationalen Unternehmen aufdecken und anprangern.

So, wie wir es vor 24 Jahren in Eldorade dos Carajás gemacht haben –mit einer Stimme des Widerstands und indem wir unseren langjährigen Kampf weiterhin am Leben erhalten haben. Wir – die Kleinbäuer_innen, Indigenen, Nomad_innen, Fischer_innen, in der Landwirtschaft Tätigen, Migrant_innen, Personen, die aufgrund ihrer Hautfarbe unterdrückt werden und die organisierte Arbeiter_innenklasse – denunzieren das Schwinden unserer Rechte als Arbeiter_innen, unser Recht auf Gesundheit und Bildung. Wir kämpfen gemeinsam, um das System von Gewalt, Militarisierung und Unterdrückung, das auf unsere Mitmenschen ausgeübt wird, und die stetige Entwertung der demokratischen Prinzipien, zu verurteilen. Diese Pandemie ruft uns in Erinnerung, dass es ein robustes Gesundheitssystem benötigt, welches innerhalb der letzten Jahre von den Regierungen sukzessive durch Privatisierung zerstört wurde. Auch wurden die wahren Gesichter der Profitgier – dem Agrobusiness, pharmazeutischen Unternehmen und anderen transnationalen Firmen offenbart, die versuchen, aus diesen schwierigen Zeiten Möglichkeiten für ihr eigenes Business zu schöpfen.

Währenddessen setzen Millionen von uns kleinen Lebensmittelhersteller_innen die Produktion für die Ernährung der Menschheit fort, garantieren einen aufrechten nationalen Lebensmittelvorrat und Ernährungssouveränität. Wir arbeiten trotz der Quarantänebedingungen, geschlossener Grenzen und Ausgangssperren unter respektvollem Umgang gegenüber der Natur und Biodiversität und mittels agrarökologischer Produktion weiter. Für uns hat das Leben unseres Bodens und der Mutter Erde höchste Priorität und engagieren uns auf kleinen bäuerlichen Märkten basierend auf Solidarität und Gegenseitigkeit, frei von Gift und Spekulationen.

COVID 19: Kleinbäuer_innen, Migrant_innen und ländliche Arbeiter_innen in Gefahr
Als La Via Campesina sind wir um die Lage von Landarbeiter_innen und migrantischen Arbeiter_innen besorgt, die unter prekären Arbeitsverhältnissen und ohne adäquaten Zugang zum Gesundheitssystems oder wichtige Schutzmaßnahmen tätig sind. Mitglieder von La Via Campesina in Asien, Afrika, Europa und Amerika fordern ihre Regierungen zu schnellem und verantwortungsvollem Handeln auf, um die Bedürfnisse der breiten Mehrheit zu stillen, und nicht lediglich einen Anreiz für Coronavirus-Kapitalist_innen zu schaffen. Wir wollen keine ökonomischen Maßnahmen, die den Eliten zugutekommen, wie es bereits in der Vergangenheit durch die Rettung der Banken und des Handels geschehen ist, um die „Wirtschaft zu retten“. Wir fordern Gerechtigkeit für die (Klein-) Bäuer_innen und Unterdrückten dieser Welt. Daher rufen wir alle unsere Mitglieder und Verbündeten dazu auf, sich im Kampf gegen alle Formen des Opportunismus in dieser globalen Krise am 17. April zu mobilisieren.


#StayHomeButNotSilent (#BleibtDaheimAberNichtLeise)–

Wir rufen auf zu kreativen Mobilisierungen
Ein Moment der Krise, wie wir ihn gerade erleben, hebt hervor, wie wichtig der Zusammenhalt zwischen uns Menschen ist. Wir sind viel stärker miteinander verbunden, als uns das brutale ökonomische System glauben lässt. Um unsere Gesundheit und die Integrität unserer Mitglieder, Freund_innen und Verbündeten zu schützen, wollen wir nicht zu Landbesetzungen, Demonstrationsmärschen, öffentlichen Reden und Foren oder Filmvorführungen am 17. April 2020 aufrufen.

ABER:

  • Bleibt daheim und versprecht, nicht still zu bleiben. Jetzt ist es Zeit, um kreative Kämpfe und Mobilisierungen von unseren Grundstücken und Häusern auszutragen.
  • Last uns die Fenster, Terrassen, Gärten und Felder in Demonstrationsareale umwandeln und unsere Töpfe und Pfannen in Trommeln des Widerstands.
  • Lasst unsere Wände mit Bannern sprechen, um unsere unaufhörliche Stärke und den Widerstand inmitten des Krisenszenarios zu zeigen und kapitalistische Hegemonie anzuprangern.
  • Lasst uns Solidarität schaffen, überlegen, wie diese mit der Gemeinde, der Nachbarschaft und Freund_innen geteilt und den gefährdetsten Menschen geholfen werden kann.
  • Fordern wir alle auf, Lebensmittel von lokalen Kleinbäuer_innen und ihren Kooperativen, und nicht von transnationalen Unternehmen, zu konsumieren. Geht zu den lokalen Märkten, kauft direkt vom Produzent_innen und lokalen Geschäften und sprecht euch für humanistische Werte aus.

Seid Teil der Bewegung und kommuniziert es auf den sozialen Netzwerken! Macht Videos, Fotos oder Audioaufnahmen, um zu zeigen, dass wir weltweit vereint kämpfen! Wir ziehen gemeinsam an einem Strang.

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Danke geht an unsere Schwesterorganisation ÖBV-Via Campesina Österreich für die deutsche Übersetzung.




Donnerstag, 09 April 2020
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Mitte März 2020 verbot der Bundesrat in der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus die Wochemärkte. Ein einzelner Lebensmittel-Marktstand bleibt den Lebensmittelläden aber gleichgestellt und kann betrieben werden. Uniterre und das Netzwerk für die Wiedereröffnung der Märkte stellt hier jetzt einen Modellbrief für eure Gemeinde zur Verfügung.

Dank dem beherzten Engagement der Zivilgesellschaft sowie Uniterre konnte erreicht werden, dass die Gemeinde La Chaux-de-Fonds ihren Markt am 8. April 2020 wieder öffnete, über mehrere Strassen verteilt, auf 10 Stände limitiert und täglich geöffnet. Auch der Kanton Neuchâtel, Genf, Fribourg und die Stadt Basel und Lausanne ziehen nach.

Helfen Sie mit, damit Ihr Markt bald wieder öffnen kann. Mit der Schliessung der Märkte bricht ihnen ein wichtiges Einkommensstandbein der Landwirt*innen weg. Ein Anrecht auf Erwerbsausfall gibt es nicht! Wir machen uns weiter stark für die Wiederöffnung der Märkte.


Freitag, 03 April 2020
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Pressemitteilung des Netzwerkes für die Wiedereröffnung der Märkte

Wir sind eine Gruppe von Bürger*innen, Bäuer*innen und Lebensmittelhändler*innen, die auf verschiedenen Märkten in der West- und Deutschschweiz tätig sind. Wir fordern, dass die Direktvermarktung via die Lebensmittelmärkte wieder aufgenommen wird. Die Diskriminierung und Ungleichbehandlung mit den Grossverteilern begann mit der vom Bund verordneten Schliessung der Märkte am 17. März 2020.

Bereits am 21. März 2020 hat der Bundesrat auf der Homepage des BAG drei erläuternde Berichte zur Verordnung 2 Covid-19 veröffentlicht, in denen klar definiert ist, dass Lebensmittelstände auf dem Markt als Lebensmittelgeschäfte gelten und somit vom Verkaufsverbot ausgenommen sind, solange die Vorschriften von Social Distancing eingehalten werden. Sie dürfen daher gleichberechtigt wie alle Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte geöffnet bleiben. Der dritte dieser Berichte untermauert diese Richtlinie des Bundesrates weiter, indem er den Unterschied zwischen (regulären) Marktständen für Lebensmittel, die nicht mit Lebensmittelmärkten (z.B. Messen für lokale Produkte) zu verwechseln sind, präzisiert. Gemäss dem Epidemiengesetz (Art. 75) müssen die Kantone die Weisungen des Bundesrates unter Androhung von Sanktionen (Art. 83) umsetzen.

Auf der Grundlage dieser Informationen wurden gleich nach der Veröffentlichung des ersten Berichts vom 21. März 2020 verschiedene Kontakte mit dem Gemeinderat von La Chaux-de-Fonds aufgenommen. Letztere erörterte an der Sitzung vom 2. April 2020 die Lösungen, die zur Wiedereinführung der Lebensmittelstände auf dem Markt eingeführt werden sollen. Demnach können die Märkte in La Chaux-de-Fonds ab dem 8. April 2020 wieder geöffnet werden, verteilt auf verschiedene Strassen und auf insgesamt 10 Stände beschränkt.

Wir ermutigen die Bauern- und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Einzelhändler*innen sich unserem Netzwerk anzuschliessen und die Kantone aufzufordern, die Weisungen des Bundesrates rasch umzusetzen, damit die lokalen Bauern und Bäuerinnen die Bevölkerung mit gesunden, regionalen Produkten versorgen können. Wir fordern die Gemeinden und Kantone auf, die Markthändler*innen und die Öffentlichkeit über die Umsetzungsmodalitäten für die bevorstehende Wiedereröffnung der Lebensmittelstand-Märkte zu informieren.

Netzwerk für die Wiedereröffnung der Märkte

Unterstützt durch: Uniterre, Slow Food und Semaine du Goût, Grassrooted, Mouvement pour une agriculture paysanne et citoyenne (MAPC), Agriculture du futur (Romandie) Association romande marché paysan, Les Artisans de la Transition, Chrétiens au travail

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Mittwoch, 01 April 2020
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In der Vernehmlassung zum landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2020 schlägt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) vor, die Zulagen für verkäste Milch und für Fütterung ohne Silage ab Januar 2022 direkt an die Produzenten auszubezahlen.

Ein wesentlicher Teil der jährlichen Zulage von 293 Millionen Franken kommt bei den Produzent*innen nie an. Dies, obwohl die Milchpreisstützungsverordnung (MSV), Art. 6b und Art. 38 des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) die Auszahlung vorschreibt. Eine Analyse der Agrarforschung Schweiz* zeigt, dass den Produzent*innen dadurch möglicherweise 60 bis 100 Millionen Franken pro Jahr entgehen.

Nach der Liberalisierung des Käsemarkts im Juni 2007 wurde die Verkäsungszulage mit der Absicht eingeführt, den Industriemilchpreis zu stabilisieren. Die Produzent*innen haben dann Anrecht auf die Zulage, wenn ihre Milch zur Käseherstellung von hoher Wertschöpfung (Segment A) verwendet wird. Für diese Milchprodukte liegt der Richtpreis aktuell bei 71 Rappen pro Kilogramm. Zahlreiche kleine Käsereien zahlen die Zulage ordnungsgemäss an die Produzent*innen aus. Einige grosse milchkaufende und -verarbeitende Betriebe jedoch, umgehen das Gesetz durch undurchsichtige Segmentierung sowie Zweit- und Drittmilchkaufverträge. Diese Situation wurde jahrelang vom BLW toleriert.

Trotz der strengen Zollbestimmungen zum Schutz der Branche, sanken die Preise stark, sodass Produzenten momentan etwa 57 Rappen pro Kilogramm für A-Milch erhalten (45 Rappen pro Kilogramm für B-Milch). Ziehen die Milchverarbeiter dann noch die Verkäsungszulage ab, zahlen sie in der Tat etwa 30 Rappen pro Kilogramm! Dadurch erklärt sich, wie tausende Tonnen Käse unter 3 Franken pro Kilogramm exportiert werden können.

Der Verband der Schweizer Milchproduzenten (SMP) schrieb in seiner Medienmitteilung vom 27. März 2020, dass er den vom BLW vorgeschlagenen Systemwechsel bei der Ausrichtung der Verkäsungszulage und der Zulage für silagefreie Produktion ablehnen wird. Die SMP befürchtet, dass der Milchpreis – vor allem der Molkereimilchpreis – zunehmend unter Druck gerät, wie im Erläuterungsbericht des BLW zur Vernehmlassung zu lesen ist: „Vor allem im Export könnten durch die Senkung der Schweizer Preise für verkäste Milch die Käseeinkäufer Druck auf die Käsepreise machen, was wiederum die Milchpreise im Inland negativ beeinflussen würde. Durch die tieferen Preise für verkäste Milch könnten auch die Preise für Molkereimilch sinken.“

Es ist wahrscheinlich, dass die Milchindustrie durch Trickserei bei der Segmentierung versucht weiter den Preis zu senken. Wir erinnern jedoch den Verband daran, dass es seine Aufgabe ist, die Interessen der Milchproduzent*innen zu vertreten, damit der Druck auf den Milchpreis gar nicht erst entsteht! Ausserdem heisst es im Bericht auch, dass mit der Direktauszahlung die Transparenz über den Milchpreis verbessert würde.

Uniterre kämpft seit Jahren dafür, dass die Verkäsungszulage direkt an die Produzenten ausbezahlt wird, so wie die Milchpreisstützungsverordnung (MSV, Art. 6b) dies ordnungsgemäss vorsieht. Wir halten an unserem Standpunkt fest und befürworten den Änderungsentwurf des BLW, der im Rahmen des landwirtschaftlichen Verordnungspakets 2020 in die Vernehmlassung geschickt wurde.

Pressekontakt:
Mathias Stalder, 076 409 72 06 (D)

*Wirkungsanalyse der Verkäsungszulage auf den Milchmarkt, Listorti G., Tonini A. Agrarforschung Schweiz 5 (5), 212-215, 2014

(Dieser Text verwendet das generische Maskulin.)

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Donnerstag, 26 März 2020
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Die Gewerkschaft SOC-SAT informiert: Am 24. März 2020 hat «Haciendas Bio SA» in seinem Zentrum in Pujaire Cabo de Gata Almeria mehr als 20 Arbeiter*innen entlassen, darunter Vertreter*innen der SAT-Gewerkschaft. Alle forderten ihre Rechte und die Achtung des Arbeitsrechts. Dieses Unternehmen, das an Kund*innen «nachhaltiges Bio-Obst und –Gemüse» verkauft (was auch die soziale Verantwortung einschliesst!), bezahlt seit eh und je die legalen Löhne nicht, bezahlt die Beiträge an die soziale Sicherheit nicht, bezahlt nicht alle Arbeitstage, etc. (man könnte die Liste noch lange weiterführen).

Heute hat das Unternehmen auf Entlassung und Einschüchterung zurückgegriffen, um die Wahl von Vertretern*innen der Gewerkschaft zu verhindern. Gemäss der Gewerkschaft nutzt das Management den Ausnahmezustand, um die Demokratie und den Respekt gegenüber den Arbeitnehmenden zu zerstören. Somit, sagt der SOC-SAT, ist der Arbeitskonflikt offen. Von hier aus bitten wir die Zertifizierer Bio Suisse, Naturland, Demeter und Global Gap, sich dafür einzusetzen, dass die Arbeitnehmer*innen zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren, wenn sie die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Kund*innen aufrechterhalten wollen: Es muss einen sauberen und demokratischen Wahlprozess geben, die Arbeitsrechte im Unternehmen müssen respektiert werden, sonst werden diese Labels restlos diskreditiert sein. Der Beweis der Ausbeutung im Unternehmen ist offensichtlich.

Von hier aus fordern wir alle Freunde und Freundinnen in Europa auf, mit der ab heute gestarteten Kampagne zusammenzuarbeiten: Die entlassen bei Haciendas Bio müssen wieder eingestellt werden! Die Zeit ist gekommen! Wir wollen Bio mit Rechten!

Eine Mitteilung von: Sindicato Andaluz de Trabajadores - Sindicato de Obreros del Campo

Mittwoch, 25 März 2020
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Jahrelang wurde mit dem Butterberg der tiefe Milchpreis gerechtfertigt. Inzwischen ist aus dem Butterberg ein Butterloch geworden. Die saisonbedingten Butterlager sind rund 2000 Tonnen tiefer als vor einem Jahr. Und schon vergangenes Jahr reichten die Butterlager ja nicht bis Ende Jahr. Das heisst, dass in diesem Jahr mindestens 2000 Tonnen Butter zusätzlich importiert werden. Das bedeutet, dass 40'000 Tonnen Milch nach wie vor im billigen B Segment verramscht werden statt sie im A Segment zu verarbeiten und zu verkaufen. Das sind rund 10 Millionen Franken, welche den Schweizer Milchproduzenten an Wertschöpfung verloren gehen.

Aus den aktuell publizierten Milchpreisen geht klar hervor, dass auch in diesem Frühling B Milch für unter 40 Rappen eingekauft wird. Bei einer Verwertung dieser Milch im A-Segment ergäbe dies für den Bauern einen Mehrpreis von rund 25 Rappen pro Liter , ohne dass ein Produkt im Detailhandel deswegen teurer würde. Doch statt nun die Produktion von billigen B-Milch-Produkten zu reduzieren und dafür Butter im A-Segment zu produzieren, belässt man die Milch im schlechten B- Segment und will dann einfach Butter aus dem Ausland importieren.

Für die Verarbeiter geht die Rechnung auf: Sie haben ihre Marge sowohl im A- als auch im B-Segment. Mit dem Import von Butter lässt sich einerseits noch zusätzlicher Gewinn erzielen, während andrerseits die Auslastung der Anlagen für die Überschussverwertung gut bleibt. Dass dieser zusätzliche Gewinn einmal mehr auf dem Buckel der Milchproduzenten erwirtschaftet wird, interessiert sie dabei nicht.
Eigentlich wäre die Branchenorganisation Milch dazu da, dass genau eine solche Vernichtung von Wertschöpfung für die Bauern nicht passiert. BIG-M fordert daher die Mitglieder dieser Organisation auf, ihre Verantwortung ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass in den kommenden milchstarken Monaten die Herstellung von Produkten mit geringer Wertschöpfung gestoppt und statt dessen koordiniert Butter für das Weihnachtsgeschäft 2020 hergestellt wird!

Mit kämpferischen Grüssen BIG-M, die Basisorganisation für einen fairen Milchmarkt

Dienstag, 24 März 2020

Ein Personalmangel in der Landwirtschaft droht sich abzuzeichnen, da viele ausländische Saisonarbeiterinnen und -arbeiter aufgrund der aktuellen Situation nicht mehr in die Schweiz kommen können oder wollen.

Der Schweizer Bauernverband hat beschlossen, die Plattform Agrix.ch zu erstellen, um diesen Mangel zu überwinden: Höfen, die neue MitarbeiterInnen suchen, können ihre Stellenangebote auf der Plattform veröffentlichen; Personen, die gezwungen sind, ihre Arbeit aufzugeben, weil sie in einem Hochrisikosektor tätig sind, aber wieder arbeiten möchten, können sich auf der Plattform registrieren lassen.

Wenn Sie Arbeitskräfte benötigen oder derzeit arbeitslos sind, melden Sie sich auf dieser Plattform an!


Link zur Plattform : https://www.agrix.ch/

Dienstag, 24 März 2020
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Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie in der Schweiz und der damit verbunden Einreisesperre stehen insbesondere Höfe, welche Spezialkulturen wie Obst und Gemüse anbauen vor grossen Schwierigkeiten. Da sie auf ausländische Saisonarbeiter*innen und Erntehelfer*innen angewiesen sind, kommt es nun vermehrt zu Personalmangel. Die mit den warmen Temperaturen verbundene Mehrarbeit und teils höhere Nachfrage nach Produkten aufgrund der aktuellen Lage wird die Situation noch verschärft. Um Abhilfe zu schaffen haben wir Solidaritätsnetzwerk aufgebaut, welches es Bäuerinnen und Bauern erlaubt den Bedarf an Arbeitskräften zu melden und auf der anderen Seite junge Menschen ermöglicht, einfach und rasch auf den Höfen in ihrer Nähe Unterstützung zu leisten. Landwirtschaft mit Zukunft möchte als Plattform und Vermittlerin dienen.

So funktioniert’s:

  1. Bäuerinnen und Bauern melden ihren Bedarf an Arbeitskraft
  2. Landwirtschaft mit Zukunft stelle diese Informationen auf unserer Website zur Verfügung
  3. Menschen die Interesse an der Arbeit auf einem Hof haben, nehmen direkt Kontakt auf mit den jeweiligen Betrieben in ihrer Region

Hier geht's zur Plattform.

Auch der Schweizerische Bauernverband (SBV) startet mit einer Plattform für den Austausch von Arbeitssuchenden

Der Schweizerische Bauernverband lanciert dafür die Plattform Agrix.ch: Betriebe, die neue Mitarbeiter*innen suchen, können ihre Stellenangebote auf der Plattform veröffentlichen; Personen, die gezwungen sind, ihre Arbeit aufzugeben, weil sie in einem Hochrisikosektor tätig sind, aber wieder arbeiten möchten, können sich auf der Plattform registrieren lassen. Wenn Sie Arbeitskräfte benötigen oder derzeit arbeitslos sind und eine Arbeit suchen, melden Sie sich auf dieser Plattform an!

Freitag, 20 März 2020
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Uniterre, FRACP, Agrisodu, MAPC, Grassrooted

Am 17. März beschloss der Bundesrat, alle Märkte bis auf weiteres zu schliessen. Diese Beschränkung hat auch die Möglichkeiten der Lieferung von Gemüsekörben an die üblichen Abgabestellen reduziert. Nur "Lebensmittelgeschäfte und Läden, die Lebensmittel und lebensnotwendige Güter anbieten" sind geöffnet. Dies ist eine Ungleichbehandlung und ein Irrtum, denn kurze Wege spielen für die Versorgung und die Ernährungssicherheit der Schweizer Bevölkerung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus führt diese Entscheidung zur Schliessung von Märkten, zum Verlust lokal produzierter Nahrungsmittel und verstösst gegen Artikel 104 a der Verfassung, der besagt, dass "bäuerliche Betriebe, die den Boden bewirtschaften", unterstützt und gefördert werden müssen, um zur Ernährungssicherheit des Landes beizutragen.

Als Produzent*innen, Verarbeiter*innen und Bürger*innen sind wir bestürzt über den Beschluss des Bundesrates, alle Märkte zu schliessen. Gegenwärtig verkaufen etwa 20% der Bäuerinnen und Bauern ihre Produkte direkt, wodurch sie kostendeckende Preise erzielen und sicherstellen, dass ihre Kund*innen lokale, frische, gesunde Produkte, in voller Transparenz, erhalten.

In dieser globalen Pandemie-Situation stehen wir vor einem Paradoxon: Während die grossen Vertriebsketten Lebensmittel importieren und diese auch innert kürze aufgekauft werden, sammeln sich auf den Feldern, in den Kühlräumen und in den Kellern Vorräte an Lebensmitteln an, die von lokalen Produzent*innen produziert und verarbeitet werden!

Die Vermarktung lokal produzierter Lebensmittel würde es ermöglichen, die Nachfrage nach frischen Produkten zu kompensieren, den Druck auf die Supermärkte zu verringern und die Zahl der Besuche bei grossen Einzelhändlern zu reduzieren. Die Anzahl der Einzelhändler ist darüber hinaus begrenzt und die Einhaltung der geltenden Gesundheitsvorschriften ist eine grosse Hürde.Andererseits kann ein Markt unter freiem Himmel auf sichere Weise organisiert werden, um die Risiken einer Kontamination zu vermeiden.

Als Unterzeichner* innen dieser Medienmitteilung bitten wir den Bundesrat und die kantonalen Behörden, uns bei der Umsetzung geeigneter Massnahmen auf den Märkten zu helfen, um die Gesundheitsmassnahmen einzuhalten: Grössere Abstände zwischen den Ständen; Einsatz von zusätzlichem Personal für den Kundenservice und die Vermeidung des Kontaktes mit Obst und Gemüse; Aufforderung an den Zivilschutz, den Personenfluss zu regulieren usw. Wir fordern von unseren Behörden aktive Unterstützung, damit die Produzentinnen weiterhin auf dem Markt verkaufen können, sowie Massnahmen zugunsten der einheimischen Produktion, um eine Verschwendung von Nahrungsmitteln zu vermeiden.

Medienkontakt:

Michelle Zufferey, Uniterre – 078 640 82 50 (F/D)

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