Dienstag, 26 Mai 2015
Dienstag, 22 Dezember 2015
Machen Sie mit!!! Leztze Tage und letzte Unterschriften. Bald können wir endlich die Agrarpolitik in Frage stellen
Dank Euch haben wir Ende Januar 100'000 Unterschriften gesammelt!  Davon sind 60'000 bereits beglaubigt, 9'000 falsch und 31.000 am beglaubigen. Der grosse Rest ist zur Beglaubigung zu den Gemeinden unterwegs. Wir sind auf der Zielgeraden! Noch ein kleiner Effort von uns allen und wir schaffen die 120'000 Unterschriften. Damit öffnen wir den Weg zu einer grundsätzlichen Debatte über Nahrungsmittel und die Landwirtschaft. Es fehlen also etwa 13'000 in der deutschschweiz und 7'000 in der Romandie. Endspurt!
Dienstag, 22 Dezember 2015
Uniterre lebt dank ihrer Mitglieder. Nicht nur finanzielle gesehen, sondern sicher auch auf Grund der sich ergebenden Dynamik, der Ideen aus der bäuerlichen Basis. Als Gewerkschaft reagieren wir auf eure Erwartungen unseren Berufsstand zu verteidigen. Jeder unter uns, liebe Mitglieder und SympathisantIn hat Kollegen und Kolleginnen oder Nachbarn, welche sich für einen Beitritt bei Uniterre interessieren könnte.
Montag, 21 Dezember 2015
Ein gutes Neues Jahr wünscht euch Uniterre!
Dieses Jahr war sicher geprägt von dem grossen Unterfangen „Initiative für Ernährungssouveränität“. Uniterre konnte damit viel an Bekanntheit gewinnen und die Inhalte werden Bestand haben. Ende März wissen wir, ob wir es geschafft haben.
Für das nächste Jahr wünschen wir euch und uns viele gute Begegnungen und viele inspirierende Diskussionen. Die Agrarpolitik wird nur durch unsere Hartnäckigkeit an Substanz gewinnen und deshalb braucht es einen langen Atem.
Wir wünschen euch erholsame Tage und viel Kraft und Energie für alle Herausforderungen, die auf uns alle zukommen.
Montag, 21 Dezember 2015
Das internationale Jahr des Bodens geht zu Ende. Was kommt danach?
 Das Jahr 2015 wurde zum internationalen Jahr des Bodens erklärt. 12 Monate Zeit, um die Regierungen und die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass diese natürliche Ressource geschützt werden muss. Wir kommen nicht umhin festzustellen, dass dieses Jahr nicht den gleichen Widerhall hatte wie das Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe (2014). Wir hinterfragen deshalb die Wirksamkeit solcher «Jahre». Haben die Regierungen verbindliche Entscheidungen zur Erhaltung des Bodens getroffen, zum Schutz dieser nicht erneuerbaren Ressource?
Montag, 21 Dezember 2015
Brasilien hat weltweite Vormachtstellung im Agrobusiness und ist wichtigster Exporteur mehrerer Agrargüter. Dies verdankt es seinem modernen, hochproduktiven Agrarsektor. Brasilien ist aber auch das Land, wo 84% der landwirtschaftlichen Betriebe von Familien geführt sind, diesen nur 24% des fruchtbaren Landes zur Verfügung steht und sie dennoch mit nur geringster technologischer Unterstützung rund 70% aller brasilianischen Lebensmittel produzieren. Jovelina Alves Azevedo Machado ist Kleinbäuerin im Dorf Grota do Porto der Gemeinde Veredinha im Jequitinhonha-Tal und gibt uns Einblick in eine wenig bekannte Realität der brasilianischen Landwirtschaft.
Donnerstag, 17 Dezember 2015
Seit einigen Tagen bekommt EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker ganz besondere Post. Aus Protest gegen die destruktive Milchpolitik der EU-Kommission senden Milchbäuerinnen und Milchbauern aus ganz Europa Frischmilch ins Büro des EU-Politikers.
Dienstag, 15 Dezember 2015
Über den Preis zum Erfolg
Auf den Ruf des Schweizerischen Bauernverbands (SBV)hin sind die Bauern und Bäuerinnen wieder in den Strassen der Hauptstadt. Die Hauptforderung des SBV ist, dass der Bundesrat seine Versprechen einhält. Mit anderen Worten, dass der Vertrag für den Rahmenkredit zwischen dem Bund und den Bäuerinnen und Bauern weder in den Jahren 2016 und 2017 amputiert, noch in der nächsten Periode 2018 / 2021 reduziert wird.
Montag, 14 Dezember 2015
Von Bauer zu Bauer
Von Bauer zu Bauer ist ein Projekt, welches durch eine breite Partnerschaft entstanden ist. Ziel ist es, möglichst viele Bauern im Waadtland zu vernetzen, welche sich im weitesten Sinne der Agro-Ökologie verschrieben haben oder sich dafür interessieren.
Freitag, 04 Dezember 2015
Milchviehhalter protestieren trotzdem spontan (Herrsching) Nachdem es schon im Vorfeld rund um den Besuch des EU-Agrarkommissars Phil Hogan bei der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbands in Herrsching am Ammersee viel Theater gegeben hatte, setzte sich dies auch bei der heutigen Spontan-Aktion einiger Milchviehhalter fort.
Dienstag, 01 Dezember 2015
Aktuelle Zahlen für Juli zeigen ein Abrutschen der Kostendeckung in Deutschland (Brüssel, 01.12.2015) 100 Prozent investierte Arbeit und 100 Prozent Milchqualität - aber nur 66 Prozent Kostendeckung.
Montag, 23 November 2015
UNITERRE mobilisiert und fordert alle Mitglieder auf, sich am 27. November den Reihen der Demonstrierenden in Bern anzuschliessen, damit sich der Bundesrat an den Vertrag halten muss, den er mit den Bäuerinnen und Bauern geschlossen hat. Er darf das Agrarbudget nicht senken, weil sich die Landwirtschaft schon heute an eine neue Politik anpassen muss und weil der Preisdruck enorm ist!
Donnerstag, 12 November 2015
Großer Aktionstag gegen die Milchmarktpolitik der EU in den EMB-Mitgliedsländern
Unter dem Motto „Eure Politik vernichtet Milchbauern!" fanden heute zahlreiche Proteste und symbolische Aktionen in den Mitgliedsländern des European Milk Board statt: Traktoren-Demos rollten durch die Straßen, Protestbriefe wurden übergeben, Warnfeuer entzündet und Luftballons stiegen auf.
Donnerstag, 12 November 2015
Die gelben Rapsfelder, die unser Land im Frühling schmücken, sind bedroht, denn unsere Regierung verhandelt zügig ein Freihandelsabkommen mit Malaysia. Dieses südostasiatische Land ist ein wichtiger Palmölproduzent, der Jahr für Jahr mehr Palmöl in die Schweiz exportiert.
(Bild: Rettet den Regenwald e.V)
Donnerstag, 12 November 2015
Uniterre hat sich stark für einen Sonderheft in der WOZ engagiert! 40 Seiten "Ernährungssouveränität; globale Bewegung für lokale Initiativen" sind zustande gekommen.
Diesen Heft wurde am 22. Oktober 2015 publiziert. Er wurde von Leute von Uniterre und der Volksinitiative für Ernährungssouveränität koordiniert. Mehrere Personen haben spannende Beiträge publiziert! Von Mathias Biswanger, Marie-Monique Robin, Jean Ziegler, Evelyne Dudda zu Paul Scherer... Danke an alle
Sie können den Heft bei Uniterre bestellen
oder direkt auf internet lesen!
 
 
Freitag, 30 Oktober 2015
Das Kind nicht mit dem Bade ausschütten 
Mut und Vertrauen in unsere Forderungen
In diesen schwierigen Zeiten kommt es nicht selten vor, dass wir auf Kollegen treffen, die an gewissen von Uniterre erhobenen Forderungen zweifeln. Sie fragen sich, ob Uniterre nicht ein bisschen zu weit geht oder ob man nicht etwas pragmatischer sein sollte... alles Fragen, die durchaus im aktuellen Kontext ihre Logik und ihre Berechtigung haben. Aber seien wir sicher, es gibt viele gute Gründe gradlinig zu bleiben. Wie heisst es im Sprichwort? Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Trotzdem wurden nach einigen Jahren viele von unseren Positionen teilweise oder ganz von anderen Organisationen oder offiziellen Instanzen übernommen. 
Freitag, 16 Oktober 2015
Bauernmarsch vom 22. Oktober 2015 in Bern, organisiert von SAM
 
Uniterre lädt ihre Mitglieder ein, sich am Bauernmarsch „Stopp dem Diebstahl von landwirtschaftlichen Produkten“  vom 22. Oktober in Bern, der von SAM organisiert wird, zu treffen. Uniterre teilt mehrere Forderungen von SAM-Swiss Agri Militant und ist ferner der Auffassung, dass die Initiative für Ernährungssouveränität zur Lösung vieler der genannten Probleme beitragen kann. Deshalb werden Mitglieder von Uniterre auch vor Ort Unterschriften sammeln.
Donnerstag, 15 Oktober 2015
Pressemitteilung: Europäische Milcherzeuger aus mehr als 10 Ländern fordern freiwilligen Lieferverzicht
(Montichiari, 14.10.2015) Es wird einfach nicht ruhig in Europa. Seit Monaten gehen die Milcherzeuger mit starken Aktionen in vielen EU-Staaten für das gleiche Ziel auf die Straße.
Dienstag, 13 Oktober 2015
Am 16. Oktober feiert die internationale Bauernbewegung “La Via Campesina” den internationalen Tag für  Ernährungssouveränität[1] und gegen multinationale Konzerne. Die Initiative “Für Ernährungssouveränität. Landwirtschaft betrifft uns alle”[2] ruft die Schweizer Bevölkerung und insbesondere alle AktivistInnen auf, uns am Abstimmungssonntag, 18. Oktober, bei der Unterschriftensammlung zu unterstützen.
Montag, 12 Oktober 2015
BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter) hat eine Demo am 10. Oktober in Köln zur Eröffnung der Nahrungsmittelmesse Anuga organisiert.
Da auf der Messe auch die großen Molkereien vertreten waren, wollten die mehrere hunderten Milchbauern in diesem Zusammenhang auf ihre Situation aufmerksam machen. 
Montag, 12 Oktober 2015
Am 10. Oktober hat in Berlin eine Grossdemonstration - mehr als 250'000 Personen- gegen das TTIP und CETA stattgefunden. Dazu aufgerufen hat die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative «Stop TTIP», ein Bündnis mit 500 Organisationen aus allen EU-Mitgliedsstaaten, der von mittlerweile knapp drei Millionen Unterstützenden getragen wird. Wir von der Initiative für Ernährungssouveränität haben uns diesem Aufruf aufgeschlossen und haben den 10. Oktober zum schweizweiten Aktionstag ausgewählt.
Montag, 05 Oktober 2015
Pressemeldung - La Via Campesina. Genf, 5. Oktober 2015
Am Nachmittag des 1. Oktober 2015 fasste der UN-Menschenrechtsrat mehrheitlich eine Resolution, in der entschieden wurde, dass die ergebnisoffene, zwischenstaatliche Arbeitsgruppe mit dem Mandat einen UNO-Deklarationsentwurf zu BäuerInnenrechten und Rechten anderer Menschen, die im ländlichen Raum arbeiten auszuhandeln, auszuarbeiten und einzureichen, den Prozess in den nächsten zwei Jahren fortsetzen soll.
Dienstag, 29 September 2015
Mit Dänemark für ein weiteres Land Produktionskosten inklusive fairerArbeitsentlohnung berechnetFür 2014 betrugen dänische Produktionskosten 43,32 Cent
Brüssel, (29.09.2015) Nach Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden sind nun auch für Dänemark die Produktionskosten im Milchsektor mittels EU-Daten berechnet worden. Die Kostenstudie des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) zu Dänemark weist für das Jahr 2014 Gesamtkosten von 43,32 Cent pro Kilogramm Milch aus.
Montag, 28 September 2015
Vielseitige Mobilisation
September 2015. Der Preis für Milch und Schweinefleisch am Boden. Der des Getreides ist auch katastrophal. Wir haben immer nach Alternativen gesucht, da die derzeitigen Preise, wenn wir in die sogenannt «traditionellen» Ketten liefern, nicht einmal 50% der Produktionskosten decken. Ein Skandal, zumal Hochdorf, Migros, Cremo, Coop, Fenaco und andere, gleichzeitig stetig wachsende Gewinnzahlen bekannt geben. Dies erklärt sich über das Ausplündern der Bauern und Konsumenten. Aber es ist nicht tolerierbar.
Montag, 28 September 2015
Der Ständerat hat mit 23 zu 18 Stimmen die Initiative von Jacques Bourgeois (FDP und Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes SBV), welche die Lebensmittel beim Cassis de Dijon ausschliessen wollte, begraben. Wir sind empört und konsterniert.
Freitag, 18 September 2015
Vom 17. bis zum 27. September schwärmen unsere Unterschriftensammelnde anlässlich der „Genusswoche“ in die ganze Schweiz aus. Mit diesem ausserordentlichen Engagement wollen wir den Freunden des guten Geschmacks eine Chance geben, auch in Zukunft höchste Qualität und unvergessliche Genussfreuden bedenkenlos zu geniessen.
Donnerstag, 26 März 2020
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Die Gewerkschaft SOC-SAT informiert: Am 24. März 2020 hat «Haciendas Bio SA» in seinem Zentrum in Pujaire Cabo de Gata Almeria mehr als 20 Arbeiter*innen entlassen, darunter Vertreter*innen der SAT-Gewerkschaft. Alle forderten ihre Rechte und die Achtung des Arbeitsrechts. Dieses Unternehmen, das an Kund*innen «nachhaltiges Bio-Obst und –Gemüse» verkauft (was auch die soziale Verantwortung einschliesst!), bezahlt seit eh und je die legalen Löhne nicht, bezahlt die Beiträge an die soziale Sicherheit nicht, bezahlt nicht alle Arbeitstage, etc. (man könnte die Liste noch lange weiterführen).

Heute hat das Unternehmen auf Entlassung und Einschüchterung zurückgegriffen, um die Wahl von Vertretern*innen der Gewerkschaft zu verhindern. Gemäss der Gewerkschaft nutzt das Management den Ausnahmezustand, um die Demokratie und den Respekt gegenüber den Arbeitnehmenden zu zerstören. Somit, sagt der SOC-SAT, ist der Arbeitskonflikt offen. Von hier aus bitten wir die Zertifizierer Bio Suisse, Naturland, Demeter und Global Gap, sich dafür einzusetzen, dass die Arbeitnehmer*innen zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren, wenn sie die Glaubwürdigkeit gegenüber ihren Kund*innen aufrechterhalten wollen: Es muss einen sauberen und demokratischen Wahlprozess geben, die Arbeitsrechte im Unternehmen müssen respektiert werden, sonst werden diese Labels restlos diskreditiert sein. Der Beweis der Ausbeutung im Unternehmen ist offensichtlich.

Von hier aus fordern wir alle Freunde und Freundinnen in Europa auf, mit der ab heute gestarteten Kampagne zusammenzuarbeiten: Die entlassen bei Haciendas Bio müssen wieder eingestellt werden! Die Zeit ist gekommen! Wir wollen Bio mit Rechten!

Eine Mitteilung von: Sindicato Andaluz de Trabajadores - Sindicato de Obreros del Campo

Mittwoch, 25 März 2020
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Jahrelang wurde mit dem Butterberg der tiefe Milchpreis gerechtfertigt. Inzwischen ist aus dem Butterberg ein Butterloch geworden. Die saisonbedingten Butterlager sind rund 2000 Tonnen tiefer als vor einem Jahr. Und schon vergangenes Jahr reichten die Butterlager ja nicht bis Ende Jahr. Das heisst, dass in diesem Jahr mindestens 2000 Tonnen Butter zusätzlich importiert werden. Das bedeutet, dass 40'000 Tonnen Milch nach wie vor im billigen B Segment verramscht werden statt sie im A Segment zu verarbeiten und zu verkaufen. Das sind rund 10 Millionen Franken, welche den Schweizer Milchproduzenten an Wertschöpfung verloren gehen.

Aus den aktuell publizierten Milchpreisen geht klar hervor, dass auch in diesem Frühling B Milch für unter 40 Rappen eingekauft wird. Bei einer Verwertung dieser Milch im A-Segment ergäbe dies für den Bauern einen Mehrpreis von rund 25 Rappen pro Liter , ohne dass ein Produkt im Detailhandel deswegen teurer würde. Doch statt nun die Produktion von billigen B-Milch-Produkten zu reduzieren und dafür Butter im A-Segment zu produzieren, belässt man die Milch im schlechten B- Segment und will dann einfach Butter aus dem Ausland importieren.

Für die Verarbeiter geht die Rechnung auf: Sie haben ihre Marge sowohl im A- als auch im B-Segment. Mit dem Import von Butter lässt sich einerseits noch zusätzlicher Gewinn erzielen, während andrerseits die Auslastung der Anlagen für die Überschussverwertung gut bleibt. Dass dieser zusätzliche Gewinn einmal mehr auf dem Buckel der Milchproduzenten erwirtschaftet wird, interessiert sie dabei nicht.
Eigentlich wäre die Branchenorganisation Milch dazu da, dass genau eine solche Vernichtung von Wertschöpfung für die Bauern nicht passiert. BIG-M fordert daher die Mitglieder dieser Organisation auf, ihre Verantwortung ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass in den kommenden milchstarken Monaten die Herstellung von Produkten mit geringer Wertschöpfung gestoppt und statt dessen koordiniert Butter für das Weihnachtsgeschäft 2020 hergestellt wird!

Mit kämpferischen Grüssen BIG-M, die Basisorganisation für einen fairen Milchmarkt

Dienstag, 24 März 2020

Ein Personalmangel in der Landwirtschaft droht sich abzuzeichnen, da viele ausländische Saisonarbeiterinnen und -arbeiter aufgrund der aktuellen Situation nicht mehr in die Schweiz kommen können oder wollen.

Der Schweizer Bauernverband hat beschlossen, die Plattform Agrix.ch zu erstellen, um diesen Mangel zu überwinden: Höfen, die neue MitarbeiterInnen suchen, können ihre Stellenangebote auf der Plattform veröffentlichen; Personen, die gezwungen sind, ihre Arbeit aufzugeben, weil sie in einem Hochrisikosektor tätig sind, aber wieder arbeiten möchten, können sich auf der Plattform registrieren lassen.

Wenn Sie Arbeitskräfte benötigen oder derzeit arbeitslos sind, melden Sie sich auf dieser Plattform an!


Link zur Plattform : https://www.agrix.ch/

Dienstag, 24 März 2020
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Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie in der Schweiz und der damit verbunden Einreisesperre stehen insbesondere Höfe, welche Spezialkulturen wie Obst und Gemüse anbauen vor grossen Schwierigkeiten. Da sie auf ausländische Saisonarbeiter*innen und Erntehelfer*innen angewiesen sind, kommt es nun vermehrt zu Personalmangel. Die mit den warmen Temperaturen verbundene Mehrarbeit und teils höhere Nachfrage nach Produkten aufgrund der aktuellen Lage wird die Situation noch verschärft. Um Abhilfe zu schaffen haben wir Solidaritätsnetzwerk aufgebaut, welches es Bäuerinnen und Bauern erlaubt den Bedarf an Arbeitskräften zu melden und auf der anderen Seite junge Menschen ermöglicht, einfach und rasch auf den Höfen in ihrer Nähe Unterstützung zu leisten. Landwirtschaft mit Zukunft möchte als Plattform und Vermittlerin dienen.

So funktioniert’s:

  1. Bäuerinnen und Bauern melden ihren Bedarf an Arbeitskraft
  2. Landwirtschaft mit Zukunft stelle diese Informationen auf unserer Website zur Verfügung
  3. Menschen die Interesse an der Arbeit auf einem Hof haben, nehmen direkt Kontakt auf mit den jeweiligen Betrieben in ihrer Region

Hier geht's zur Plattform.

Auch der Schweizerische Bauernverband (SBV) startet mit einer Plattform für den Austausch von Arbeitssuchenden

Der Schweizerische Bauernverband lanciert dafür die Plattform Agrix.ch: Betriebe, die neue Mitarbeiter*innen suchen, können ihre Stellenangebote auf der Plattform veröffentlichen; Personen, die gezwungen sind, ihre Arbeit aufzugeben, weil sie in einem Hochrisikosektor tätig sind, aber wieder arbeiten möchten, können sich auf der Plattform registrieren lassen. Wenn Sie Arbeitskräfte benötigen oder derzeit arbeitslos sind und eine Arbeit suchen, melden Sie sich auf dieser Plattform an!

Freitag, 20 März 2020
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Uniterre, FRACP, Agrisodu, MAPC, Grassrooted

Am 17. März beschloss der Bundesrat, alle Märkte bis auf weiteres zu schliessen. Diese Beschränkung hat auch die Möglichkeiten der Lieferung von Gemüsekörben an die üblichen Abgabestellen reduziert. Nur "Lebensmittelgeschäfte und Läden, die Lebensmittel und lebensnotwendige Güter anbieten" sind geöffnet. Dies ist eine Ungleichbehandlung und ein Irrtum, denn kurze Wege spielen für die Versorgung und die Ernährungssicherheit der Schweizer Bevölkerung eine wichtige Rolle. Darüber hinaus führt diese Entscheidung zur Schliessung von Märkten, zum Verlust lokal produzierter Nahrungsmittel und verstösst gegen Artikel 104 a der Verfassung, der besagt, dass "bäuerliche Betriebe, die den Boden bewirtschaften", unterstützt und gefördert werden müssen, um zur Ernährungssicherheit des Landes beizutragen.

Als Produzent*innen, Verarbeiter*innen und Bürger*innen sind wir bestürzt über den Beschluss des Bundesrates, alle Märkte zu schliessen. Gegenwärtig verkaufen etwa 20% der Bäuerinnen und Bauern ihre Produkte direkt, wodurch sie kostendeckende Preise erzielen und sicherstellen, dass ihre Kund*innen lokale, frische, gesunde Produkte, in voller Transparenz, erhalten.

In dieser globalen Pandemie-Situation stehen wir vor einem Paradoxon: Während die grossen Vertriebsketten Lebensmittel importieren und diese auch innert kürze aufgekauft werden, sammeln sich auf den Feldern, in den Kühlräumen und in den Kellern Vorräte an Lebensmitteln an, die von lokalen Produzent*innen produziert und verarbeitet werden!

Die Vermarktung lokal produzierter Lebensmittel würde es ermöglichen, die Nachfrage nach frischen Produkten zu kompensieren, den Druck auf die Supermärkte zu verringern und die Zahl der Besuche bei grossen Einzelhändlern zu reduzieren. Die Anzahl der Einzelhändler ist darüber hinaus begrenzt und die Einhaltung der geltenden Gesundheitsvorschriften ist eine grosse Hürde.Andererseits kann ein Markt unter freiem Himmel auf sichere Weise organisiert werden, um die Risiken einer Kontamination zu vermeiden.

Als Unterzeichner* innen dieser Medienmitteilung bitten wir den Bundesrat und die kantonalen Behörden, uns bei der Umsetzung geeigneter Massnahmen auf den Märkten zu helfen, um die Gesundheitsmassnahmen einzuhalten: Grössere Abstände zwischen den Ständen; Einsatz von zusätzlichem Personal für den Kundenservice und die Vermeidung des Kontaktes mit Obst und Gemüse; Aufforderung an den Zivilschutz, den Personenfluss zu regulieren usw. Wir fordern von unseren Behörden aktive Unterstützung, damit die Produzentinnen weiterhin auf dem Markt verkaufen können, sowie Massnahmen zugunsten der einheimischen Produktion, um eine Verschwendung von Nahrungsmitteln zu vermeiden.

Medienkontakt:

Michelle Zufferey, Uniterre – 078 640 82 50 (F/D)

pdf



Dienstag, 17 März 2020
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26 Arbeiterinnen und Arbeiter des landwirtschaftlichen Betriebs "Haciendas Bio" in Almeria - zertifiziert von Bio Suisse - haben kürzlich einen Brief an die Geschäftsleitung geschrieben. Darin kritisieren sie ihre prekären Arbeitsbedingungen: Verträge für Tagelöhner, die unverzüglich entlassen werden können, Löhne unter dem gesetzlichen Minimum, unbezahlte Überstunden, Arbeit ohne Schutzkleidung in Gewächshäusern, in denen gerade Schwefel ausgebracht wurde, schlechte sanitäre Einrichtungen usw. Sie fordern neben der sofortigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen die Wahl einer Kommission, die die Arbeitnehmer*innen gegenüber der Unternehmensleitung vertritt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts hat die Geschäftsleitung noch nicht reagiert. Die Landarbeiter*innen haben eine lokale Schlichtungsstelle aufgefordert, Verbesserungen durchzusetzen, und in diesem Rahmen werden derzeit Verhandlungen geführt.

Eine solche Situation gehört in der intensiven Landwirtschaft in Almeria zum Alltag. Beunruhigend ist, dass es in Unternehmen, die unter dem Bio Suisse-Label zertifiziert sind, vorkommen kann: Die Konsumentinnen und Konsumenten von Bioprodukten erwarten von Bio Suisse eine strenge Kontrolle der Regeln, die zertifizierte Unternehmen im Ausland einhalten müssen, vor allem in sozial gefährdeten Gebieten wie Almeria! Haciendas Bio ist nicht der erste Konfliktfall, der Bio Suisse-zertifizierte Unternehmen in Almeria erschüttert hat. Bei Bio Sabor, einem weiteren zertifizierten Unternehmen, ist die Situation seit Jahren sehr angespannt, ohne dass es möglich wäre, die miserablen sozialen Praktiken zu verbessern.

Die Konsumentinnen und Konsumenten erwarten, dass bei der Herstellung von Produkte von Bio Suisse, sowohl die natürlichen Ressourcen, als auch die Menschen- und Arbeitsrechte respektiert werden: Es ist nicht hinnehmbar, dass Bio Suisse nicht klar gegen prekäre Arbeitsbedingungen in zertifizierten Betrieben im Ausland Stellung bezieht und Arbeitsbedingungen toleriert, die auf der „Versklavung“ und schamlosen Ausbeutung von Arbeitskräften aus Nordafrika und der Subsahara beruhen.

Es ist eine Tatsache, dass diese Praktiken in Bio Suisse-zertifizierten Unternehmen existieren. Bio Suisse muss das Problem anpacken und lösen! Wir erwarten von ihr eine wirksame Überwachung der Arbeitsbedingungen in Almeria und allen betroffenen Regionen in Spanien und anderen Ländern des Mittelmeerraums, aus denen der Grossteil der Importe von Obst und Gemüse, Nüssen, Haselnüssen und Mandeln, Ölen, Wein und anderen Erzeugnissen stammt. Bio-Unternehmen in Spanien müssen die Beschäftigten gemäss lokaler Tarifverträge entlöhnen und den kürzlich von der spanischen Regierung auf nationaler Ebene angehobenen Mindestlohn (SMI) einhalten (€ 7.28 / Std.). Bio-Unternehmen müssen auch die Wahl von Betriebsräten erleichtern, die die Arbeitnehmer*innen vertreten, und von Repressalien gegen Vertreter*innen der Arbeitnehmenden absehen, um einen effektiven sozialen Dialog zu ermöglichen.

Die Glaubwürdigkeit des Knospenlabels steht auf dem Spiel!

Pressemitteilung vom 17. März 2020.

Dienstag, 17 März 2020
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Der Corona-Virus ist ein tragisches Phänomen. Er kann aber auch Augenöffner sein für Erwägungen, die sich in der aktuellen agrarpolitische Diskussion nutzen lassen. – Blenden wir zurück: Mangels finanzieller Anreize im eigenen Land haben viele Volkswirtschaften, inklusive diejenige der Schweiz, die Möglichkeiten internationaler Arbeitsteilung genutzt, und die Herstellung auch wichtiger Produkte wie Medikamente oder elektronischer Elemente etc. nach China ausgelagert. Zu Jahresbeginn wurde nun die Welt vom Corona-Ausbruch in China überrascht. In rascher Folge wurden erst ganze Ortschaften abgeriegelt, dann stellten vorerst 70 Airlines ihre Flüge von und nach China ein. Corona breitete sich aber geographisch weiter aus. Ausfälle weiterer Transportinfrastrukturen für Luft-, See- und Landverkehr begannen den Güterverkehr in Asien und Europa zu erschweren. Im Extremfall wurden ganze Regionen von allen Abhol- und Lieferaktivitäten gesperrt. Doch nicht nur Transporte wurden beeinträchtigt: Hinzu kam, dass Corona auch die Güterproduktion selbst in China reduziert hat. Zuerst in logistischen Fachmagazinen, jetzt aber auch in der Öffentlichkeit, taucht vermehrt die besorgte Frage auf, woher die bisher aus China importierten Medikamente und Elektronikteile nach Aufbrauchen der Lager denn zeitgerecht und in ausreichender Zahl kommen sollen? Und weiter wird plötzlich reflektiert, ob China (oder andere Länder) wichtige Versorgungsabhängigkeiten eigentlich auch politisch zu nutzen beginnen könnten.

  • Auch ohne die noch andauernde Entwicklung absehen zu können, zeigt uns Corona schon heute mehrerlei. Erstens: Internationale Logistikketten sind hoch verletzlich. Sie können auch ohne Krieg völlig überraschend, und sogar gleichzeitig, gestört werden. Zweitens: Handelsabkommen sind gut, nützen aber wenig, wenn die benötigten Güter im Ausland gar nicht ausreichend vorliegen.
  • Dies lässt durchaus Schlüsse für die Landesversorgung, namentlich auch die AP22+ zu: Wir brauchen eine Agrarpolitik, die 1. unseren Selbstversorgungsgrad sicher nicht noch weiter reduziert, die 2. für Landwirte echte finanzielle Anreize schafft um in der Schweiz zu produzieren (was den Kürzungen von Direktzahlungen entgegensteht), 3. die davon ausgeht, dass Dritte nicht immer Nahrungsmittel für uns zur Verfügung haben, und dass 4. diese nicht immer störungsfrei aus dem Ausland angeliefert werden können. Die bittere Wahrheit ist: Wir brauchen eine starke schweizerische Agrarpolitik für eine Welt, in der leider nicht immer alles funktioniert!

Hermann Dür, ist Vorstandsmitglied der Schweizerischen Vereinigung Industrie und Landwirtschaft (SVIL) und Unternehmer. Dieser Beitrag ist als Leserbrief in der NZZ erschienen.

Hier 4 Grundthesen zum Thema: SOUVERÄNITÄTSPOLITIK ALS DIMENSION DES AGRARFREIHANDELS

  1. Macht- und Souveränität können mit Agrarfreihandelsabkommen zusammenhängen. - Warum? Grundnahrungsmittel sind für die ganze Bevölkerung unverzichtbare und daher sensible Güter. Wer die Verfügungsgewalt über Nahrungsmittel hat, hat Macht über Andere.
  2. Soweit Agrarfreihandel die Inlandproduktion durch Importe ersetzt, können Grundnahrungsmittel zu einem gewichtigen souveränitätspolitischen Pfand zu Lasten des Importeurs werden.
  3. Dabei gilt: Je höher die Importabhängigkeit bei Grundnahrungsmittel ist (je tiefer also der Selbstversorgungsgrad), desto glaubwürdiger können Nahrungsmittel im internationalen „Powerplay“ eingesetzt werden.
  4. Als Durchsetzungsintrumente kommen erfahrungsgemäss a) effektive Lieferunterbindung oder – heute wahrscheinlicher - b) Erpressung damit (via schwarze Listen, vage Andeutungen, Guillotineklauseln, etc.) in Frage.

Aus dem Vortrag von Hermann Dür im Rahmen des Landwirtschaftlich Klub des Bundeshauses vom 7. März 2018.

Donnerstag, 12 März 2020
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Die bäuerliche Organisation Uniterre hat vom jüngsten Entscheid von BOM (Branchenorganisation Milch) Kenntnis genommen, für das nächste Quartal den Richtpreis für Industriemilch nicht zu erhöhen. Die Milchkommission, welche die Entwicklung auf dem Milchmarkt aufmerksam beobachtet und analysiert, ist empört und sprachlos.

Erstens:

Einmal mehr müssen wir feststellen, dass bei der Milch das hochheilige Marktgesetz von Angebot und Nachfrage immer nur in der einen und selben Richtung funktioniert. Obwohl 2019 die Jahres-Milchproduktion auf den tiefsten Stand seit 2007 zurückgefallen ist, sind Käufer und Verarbeiter nach wie vor der Meinung, dass keine Notwendigkeit besteht, das Ausgangsprodukt Milch neu zu bewerten. Wie immer müssen sich die MilchproduzentInnen beugen und sich mit dem Status quo von 71 Rappen pro Kilogramm (für das Segment A) begnügen. Gleichzeitig möchten wir mit Nachdruck darauf hinweisen, dass dieser Preis nur ein Richtpreis ist, der in der Praxis kaum realisiert wird, dass hingegen eine Erhöhung des Richtpreises den ProduzentInnen im Allgemeinen eine reale Verbesserung bringt.

Ein fragwürdiger grüner Teppich

Zweitens:

Während die BOM die Einführung des grünen Teppichs als Nachhaltigkeits-Standard begrüßt und als Erfolg und Fortschritt feiert, berichteten mehrere ProduzentInnen, dass ihr Käufer die Anteile von A- und B-Milch in der Milchabrechnung angepasst hat. Da der 3-Rappen-Zuschlag des Grünen Teppichs nur für das A-Segment ausbezahlt wird, werden die ProduzentInnen erneut betrogen, wenn der Anteil dieses Segments zugunsten des B-Segments sinkt. Ein neuer Trick, die Bauernfamilien um das ihnen zustehende Einkommen zu prellen. Das Milchpreismonitoring der Schweizer Milchproduzenten SMP zeigt klar auf, dass der durchschnittlich realisierte Milchpreis (Segmente A und B) seit September 2019 gesunken ist, und dies, obwohl alles drauf hindeutet, dass das Milchangebot knapp oder gar ungenügend ist. Vergessen wir in diesem Zusammenhang nicht, dass aufgrund des Grünen Teppichs die Konsumentenpreise im Laden angehoben wurden. Welches Vertrauen können wir da noch in die Vertreter der ProduzentInnen in der BOM haben, wenn sie ihre Aufgabe nicht wahrnehmen und unsere berechtigten Anliegen nicht durchsetzen können?!?

Es leben die Butterimporte!

Einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlässt der Artikel im „Agri“ vom 28. Februar mit dem Titel "Des importations de beurre seront nécessaires pour combler le marché“ (Butterimporte werden notwendig sein, um den Markt beliefern zu können), in welchem die Freiburger Milchproduzenten-Organisation FSFL die aktuelle Marktsituation ausleuchtet. Ja, alles deutet darauf hin, dass wir angesichts der Buttervorräte, die zu Jahresbeginn fast bei Null lagen, und der Milchknappheit, die sich per Ende 2020 abzeichnet, auf die Gefahr einer Öffnung der weißen Linie zusteuern. Es ist erschreckend und entwürdigend, dass da die Notwendigkeit einer Erhöhung des Milchpreises für die ProduzentInnen nicht einmal in Erwägung gezogen wird. Noch einmal: Wofür sind unsere Verbände da, wenn sie nicht die Interessen von uns ProduzentInnen verteidigen und nicht dafür einstehen, dass unsere Arbeit fair und würdig entlöhnt wird? Wir sind sprachlos!

Die Milchkommission von Uniterre fordert von der BOM und den SMP eine Erhöhung des Milchpreises des A-Segments, eine glaubhafte Rechtfertigung der Erhöhung des Anteils des B-Segments und eine korrekte Umsetzung des Grünen Teppichs! Wollen wir das Ausbluten unserer MilchproduzentInnen stoppen, die Konsummilch-Produktion in der Schweiz erhalten und eine Öffnung der weißen Linie vermeiden, kommen wir nicht um einen besseren Milchpreis herum!

Der fulminante Start der Genossenschaft FaireMilch zeigt klar und unmissverständlich, dass der Schweizer KonsumentInnen durchaus bereit ist, für Milchprodukte mehr zu bezahlen, wenn er dabei die Gewähr hat, damit unsere Bauernfamilien zu unterstützen und ihnen zu einem würdigeren Leben zu verhelfen.

Quellen : Milchpreismonitoring, Bericht vom Dezember 2019, SMP und Milchabrechnungen

Montag, 02 März 2020
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Die Bäuerinnen- und Bauerngewerkschaft Uniterre und der Biowinzer Willy Cretegny haben das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien offiziell am 27. Januar 2020 lanciert. Mittlerweile haben sich neben den Jungsozialist*innen auch die Jungen Grünen, die Kleinbauernvereinigung, Slow Food und viele weitere Organisationen für das Referendum ausgesprochen. Trotz des zeitlichen Rückstands konnten im ersten Monat bereits rund 27’000 Unterschriften gesammelt werden.

Indonesien ist der grösste Palmölproduzent der Welt und hat im Jahr 2018 über 30 Millionen Tonnen rohes und raffiniertes Palmöl exportiert. Die Produktion ist eng verbunden mit dem grossflächigen Roden oder Abbrennen der Urwälder zur Palmölgewinnung und mit massiven Treibhausgasemissionen. Die Monokulturen zerstören unwiederbringlich einen der artenreichsten Regenwälder der Welt: Indigene, Bäuerinnen und Bauern werden deswegen vertrieben. Fast 10% der Landfläche besteht mittlerweile aus Palmölplantagen.

Greenwashing auf höchster Wertschöpfungsstufe

Entsprechend dem EFTA-Wirtschaftsabkommen muss der Import von Palmöl (gemäss Abs. 2 lit. A) folgende Kriterien erfüllen: «dass es nicht unter Verletzung von Gesetzen, Politiken und Praktiken hergestellt worden sein darf, die den Schutz des indonesischen Primärwaldes, der Torflandschaften und weiterer Ökosysteme von besonderer Bedeutung bezwecken; die die Luft und das Wasser vor Verschmutzung schützen; und die Rechte der lokalen und insbesondere der indigenen Bevölkerung sowie der Landarbeitenden garantieren.»1

Es ist augenfällig das obengenannte Kriterien grossflächig und in eklatanter Weise verletzt werden. Mathias Stalder, Koordinator des Referendums, kritisiert denn auch, «dass gerade die von NGO’s als fortschrittlich ins Feld geführten Nachhaltigkeitsklauseln, vom Schiedsgericht ausgeschlossen seien, noch dazu fehlen verbindliche Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten.»

Fehlende Transparenz und keine Nachhaltigkeit

Eine Untersuchung der indonesischen Regierung im August 20192 stellt fest, dass 81 Prozent der Palmölplantagen gegen die staatlichen Anforderungen verstossen. So verfügen viele Plantagenunternehmen nicht über eine Genehmigung für den Anbau und halten die nationaler Nachhaltigkeitsstandards nicht ein, es sind oftmals illegale Plantagen in Wald- oder Torfschutzgebieten. Das Recherchenetzwerk Trase (Transparent supply chains for sustainable economies)3 publizierte Anfang 2020 eine Studie zu den Palmöllieferketten in Indonesien. Fünf Unternehmensgruppen kontrollieren zwei Drittel der Raffinerien und den Export und beziehen bei Hunderten von Mühlen, die wiederum von hunderttausenden Kleinbäuer*innen beliefert werden. Ihre Forschung zeigt «erhebliche Grauzonen» bei den Informationen über Eigentumsverhältnisse – bis hin zu Verschleierung auf – was die Rückverfolgbarkeit schwierig bis unmöglich gestaltet. Es bleibt unklar wie Raffinerieunternehmen mit Null-Abholzungsverpflichtungen in der Lage sind zu erkennen, woher die Mühlen ihre Produkte beziehen. Deutlich zeigt die Analyse von «Trase», dass die Kapazitäten der heutigen Mühlen weitaus grösser als die aktuelle Produktion ist (85 Millionen Tonnen zu 41 Millionen Tonnen im 2018). Sie befürchten deshalb eine Ausweitung der Plantagen um 1,5 Millionen Hektar Urwald.

„Brandstifter“ sitzen in der Schweiz

Während im September 2019 in Indonesien 300'000 Hektaren Tropenwald brannten, eine Fläche grösser als der Kanton Tessin, befeuert die Schweiz die Ausbreitung der Palmölmonokulturen mit einem Freihandelsabkommen mit Indonesien. Führende Konzerne wie Unilever, Mondelez, Nestlé und Procter & Gamble (P&G) sowie Palmölhändler wie Wilmar kaufen Palmöl von Produzenten, die mit zahlreichen Bränden in Indonesien in Verbindung stehen, das zeigt eine Untersuchung von Greenpeace International4 von November 2019. Davon profitieren auch vier Rohstoffhandelsfirmen die alle in Genf ansässig sind: Cargill, Bunge, Louis Dreyfuss Company und Olan. Diese erzielen gemeinsam einen Jahresgewinn von 220 Milliarden US-Dollar, was dem gesamten Bruttosozialprodukt der 40 ärmsten Länder entspricht.

Zugang zu Land und Umsetzung der Landreform

Als Reaktion auf die massiven Waldbrände forderte unsere Schwesterorganisation, die Indonesian Peasant Union (SPI), die Regierung auf, das Landwirtschaftsmodell Indonesiens in eine agroökologische Landwirtschaft umzuwandeln und der Ernährungssouveränität Vorrang zu geben. «Der Verzicht auf naturzerstörende Anbaumethoden ist nur auf die Interessen der internationalen Märkte ausgerichtet, die derzeit am Rande der Krise stehen», schreiben sie in einer Mitteilung vom Oktober 2019. «Vor der Handelsliberalisierung exportierte Indonesien Reis und heute ist das Land gezwungen gegen 2 Millionen Tonnen zu importieren. Über 20% der indonesischen Bevölkerung leidet an Unterernährung, die Hälfte der Menschen lebt unter der Armutsgrenze», schreibt Gewerkschaftssekretär Rudi Berli, «davon sind viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und Landlose».

Konkurrenzdruck steigt weiter an

Die 12'500 Tonnen Palmöl-Kontigente stehen in direkter und unlauterer Konkurrenz zur einheimischen Ölsaatenproduktion. Ein Preisvergleich: Fr. 2.64.-/kg bei Rapsöl nach Verarbeitung, Sonnenblumenöl Fr. 2.59/kg stehen Fr. 2.51.-/kg (inkl. Zollabgaben) gegenüber. Eine Senkung des Zolles um 35%, wie im Freihandelsabkommen mit Indonesien festgehalten, bedeutet eine Verbilligung um 40 Rappen. Rudi Berli, Gemüsebauer und Sprecher des Referendumskomitees, kritisiert: «Der reduzierte Zollansatz auf Palmölimporte heizt die Nachfrage zusätzlich an. Hier wird das Ziel Agrarrohstoffe möglichst ungehindert und zum günstigsten Preis zu beschaffen umgesetzt. Mit fatalen Folgen für Mensch und Umwelt – einzig zum Nutzen der Agroindustrie.»

Die Referendumsfrist läuft am 9. April 2020 aus. Die Unterschriftenbögen müssen bis zum 20. März 2020 ans Referendumskomitee zurückgesandt werden.

1 Nachhaltigkeit im Handelsabkommen mit Indonesien von Dr. jur. Elisabeth Bürgi Bonanomi

https://boris.unibe.ch/132880/1/Buergi-Bonanomi_EFTA-Indonesien CEPA palmoil.pdf

2 81% of Indonesia’s oil palm plantations flouting regulations, audit finds - Hans Nicholas Jong https://news.mongabay.com/2019/08/81-of-indonesias-oil-palm-plantations-flouting-regulations-audit-finds/

3 Trase Corporate ownership and dominance of Indonesia’s palm oil supplyhttp://resources.trase.earth/documents/infobriefs/infobrief09EN.pdf

4 Burning down the House: How Unilever and other global brands continue to fuel Indonesia’s fireshttps://storage.googleapis.com/planet4-international-stateless/2019/11/5c8a9799-burning-down-the-house-greenpeace-indonesia-fires-briefing.pdf



Dienstag, 18 Februar 2020

Ökologisch, sozial und wirtschaftlich ist die aktuelle Agrarpolitik in der Schieflage. Die bäuerliche Landwirtschaft wird zwischen den Ansprüchen nach mehr Markt, Freihandel und Unternehmertum und immer höheren Anforderungen an Nachhaltigkeit und Tierwohl zerrieben. Dies verstärkt den Kostendruck, hohen Vorleistungen und Investitionen kommen dazu und der Ladenpreis liegt weit unter einem kostendeckenden Produzent*innenpreis. Folge: 3 Betriebe pro Tag schliessen ihre Tore für immer.

Die bäuerliche Gewerkschaft Uniterre verfolgt seit ihrer Gründung 1951 das Ziel einer nachhaltigen Landwirtschaft. Die Landwirtschaft erbringt wichtige gesellschaftliche Leistungen, wie die Erzeugung gesunder Lebensmittel, die ländliche Entwicklung, Landschaftsschutz und die Förderung der Biodiversität und den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Diese Leistungen müssen anerkannt, von der Gesellschaft mitgetragen und angesichts der klimatischen und ökologischen Krise im Sinne der Nachhaltigkeit stark gefördert werden. Dem Schutz der Ressourcen und der natürlichen Kreisläufe kommt dabei eine hohe Bedeutung zu.

Uniterre setzt sich gemeinsam mit der internationalen Bäuerinnen- und Bauernbewegung «La Via Campesina» für die Ernährungssouveränität ein. Wir möchten die Landwirtschaft- und Ernährungspolitik so gestalten, dass sie unseren Bedürfnissen entspricht – demokratisch, gleichberechtigt und selbstbestimmt: Ein lokales, nachhaltiges und vielfältiges Ernährungssystem mit würdigen, fairen Arbeitsbedingungen und gerechten Preisen.

Die Agrarökologie prägt die Arbeit von Uniterre und La Via Campesina und vereinigt überliefertes Wissen mit der Verteidigung der bäuerlichen Rechte. Letztere umfassen den Zugang zu Saatgut, Land, Wasser und anderen Gemeingüter. Wir verstehen Agrarökologie als gesamtgesellschaftlichen Prozess. Die Initiativen für Agrarökologie, Ernährungssouveränität und die UN-Deklaration zu bäuerlichen Rechten (UNDROP) sind konkrete Resultate des bäuerlichen Einsatzes für Gerechtigkeit. Sie bilden die aktuellen Grundlage der politischen Arbeit von Uniterre.

Die Freihandelsabkommen schaden der Landwirtschaft weltweit. Wir fordern deshalb, dass der heimische Markt vor billigen Nahrungsmittelimporten geschützt wird und Agrargüter von Freihandelsabkommen ausgenommen werden. Wir sind auf grenzüberschreitenden Handel angewiesen, dieser ist aber an fairen und ökologischen Standards auszurichten und nicht an Dumpingpreisen. Die Versorgung der Bevölkerung durch inländische Lebensmittel hat Vorrang.

Die Einkommenssituation der Landwirt*innen ist zu verbessern. Gerechte Preise, langfristige Abnahmeverträge mit verbindlichen Mengen und Preisen sichern zukunftsfähige Investitionen gerade auch punkto Ökologie und Tierwohl. Der tatsächliche Bedarf der Bevölkerung, der möglichst direkt bedient wird, ist unser Ziel und nicht der durch Grossverteiler und wenige Verarbeiter dominierte Markt. Die Lebensmittelpreise dürfen hierbei nicht zum Spielball einer verfehlten Sozialpolitik werden.

Frauen hier und überall sonst auf der Welt haben einen sehr schlechten Zugang zu Land. In der Schweiz werden gerade mal 6 % der Höfe von Frauen geführt oder mitgeführt. Deshalb fordern wir: Mehr Menschen und nicht immer weniger Menschen auf die Höfe! Die Arbeit soll auch in der Landwirtschaft auf mehr Menschen gleichberechtigt verteilt werden, auf Männer, Frauen und junge Menschen.

Landwirtschaft mit Zukunft heisst für uns, dass Menschen in der Landwirtschaft, im Lebensmittelhandel, der Gastronomie und der Verarbeitung ein Auskommen finden und somit ein würdiges Leben für alle ermöglicht wird.

Unsere Bewegung ist dabei auch ein Brückenschlag zum globalen Süden. Die weltweite Verarmung der Bäuerinnen und Bauern, die Saatgutmonopolisierung, die Landnahme und Vertreibung und die Billigexporte aus dem Norden untergraben auch dort die Ernährungssouveränität und zerstören die bäuerliche Lebensgrundlage, Flucht und Migration sind die Folgen. Wir sagen Schluss damit!

Maria Jakob, Ursina Töndury und Mathias Stalder, Uniterre / Pressekonferenz Landwirtschaft mit Zukunft vom 18. Februar 2020