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Die Forderungen sind:



  1. Von der Branchenorganisation Milch (BOM) festgelegte Richtpreise müssen ab Hof gelten (und nicht franko Rampe*)
  2. Die Mengenangaben für die Segmentierung muss zwingend in Kilogramm gemacht werden.
  3. Die Segmentierung muss auch auf Stufe Produzent/Milchkäufer eingehalten werden.
  4. Die Lieferung von Milchmengen unter dem A-Richtpreis muss für die Bauern freiwillig sein.

*Franco rampe ist der Preis einschließlich des Transports zum Molkerei- oder Verarbeitungsbetrieb.

Sehen Sie sich das Video dazu an : https://www.uniterre.ch/download_file/view/875

Unterschreiben Sie die Petition unter: www.farmersolidarity.com/ch

Diese Petition ist Teil einer Solidaritätskampagne für alle europäischen Milchbäuerinnen und Milchbauern, die vom EMB (European Milk Board) gestartet wurde. Diese Petition wird in Kürze in ganz Europa veröffentlicht.


Erklärungen :

Milchproduktion nach Mass – keine Überschüsse!

Seit 10 Jahren wird in der Schweiz mehr Milch produziert als zu einem vernünftigen Preis verkauft werden kann. Und seit 10 Jahren wird überschüssige Milch zu Billigstpreisen auf dem Weltmarkt entsorgt. Für diese Milch wird den Produzenten ein Preis abgerechnet, bei dem jeder Bauer bares Geld verliert.

Segmentierung

Die Segmentierung teilt die Milch anhand der Verarbeitung in drei Segmente ein:

A-Segment:Milchprodukte mit hoher Wertschöpfung (durch Importzölle geschützt oder durch Beiträge gestützt)
B-Segment: Milchprodukte mit eingeschränkter Wertschöpfung resp. höherem Konkurrenzdruck (ungeschützt und ungestützt) mit Ausnahme von verkäster Industriemilch für den Export.
C-Segment: Regulier- resp. Abräumprodukte ohne Beihilfe

Die Segmentierung hätte eigentlich zwei Funktionen:

  1. Sie trennt auf dem Markt diejenige Milch, welche im geschützten Segmentverkauft wird oder von direkten Stützungsmassnahmen profitiert. Diese Milch wird als A Milch bezeichnet und hat einen höheren Preis.
  2. Sie sollte den Milchproduzenten eine Wahlmöglichkeit liefern, ob sie schlecht bezahlte Milch überhaupt produzieren wollen. Um dies zu gewährleisten müsste die Lieferung von C-Milch für die Bauern freiwillig sein. Die Segmentierung wird umgangen, in dem es heute fast keine C Milch mehr gibt und die überschüssige Milch als B Milch deklariert wird. Denn hier hat der Bauer ja keine Wahlmöglichkeit. In diesem System liefern die Bauern zwangsläufig Milchmengen ab, welche oft noch Bundesgelder enthalten, aber zu Billigstpreisen im Ausland entsorgt werden müssen.

Mehr Transparenz und Verbindlichkeit

Die Differenz zwischen dem von der BOM festgelegten Richtpreis und dem an die Bauern ausbezahlten Preis ist enorm. In der Presse wird der A-Richtpreis kommuniziert, welcher franko Rampe gilt. Der bei den Bauern ausbezahlte Milchpreis liegt heute 10 bis 20 Rappen tiefer! Die unzähligen Abzüge, welche bei jedem Liter gemacht werden, sind weder vergleichbar noch transparent. Der Richtpreis franko Rampe hat keine Aussagekraft. Die BOM muss künftig den Richtpreis ab Hof festlegen. Dieser Preis ist für die Bauern massgebend!

Weniger Milch zu besserem Preis

Jeder Bauer sollte selbst entscheiden können, ob er billige (Überschuss-)Milch produzieren oder auf diese verzichten will. Wenn er keine Billigmilch mehr liefert, muss er für den Rest einen besseren Preis erhalten. Viele Betriebe, gerade in topografisch weniger privilegierten Regionen der Schweiz, hätten so wieder eine Perspektive. Wer trotzdem solche billige (Überschuss-) Milch liefern will, soll dies dürfen. Er soll aber auch die vollen Kosten für deren „Verwertung“ selber tragen. Auf keinen Fall dürfen Bauern, welche auf überschüssige Mengen verzichten, auch nochfür die Überschüsse der Anderen zur Kasse gebeten werden! Und es geht nicht an, dass für solche Milchmengen noch Staatsgelder missbraucht werden.

Es ist ein Unsinn, wenn man die Milchbauern zwingt Milch abzuliefern, welche dann auf dem Weltmarkt entsorgt werden muss, wie das heute leider gemacht wird. Das ist gut für die Auslastung von Überkapazitäten bei den Milchverarbeitern. Ökonomisch und ökologisch ist dies aber nicht vertretbar. Es reicht endgültig!

Das Geld sollte beim Melken der Kühe verdient werden und nicht beim Melken der Bauern.

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Lausanne 11. März 2019

Uniterre stellt fest, dass der Bundesrat trotz der Rückweisung der « Gesamtschau » und der breiten Annahme derErnährungssicherheitsinitiative nicht von seiner bisherigen Linie der Landwirtschaftspolitik abweichen will.
Die systematische Entkoppelung von Produktion, Ökonomie, Handel, Sozial- und Umweltaspekten wird weiter vorangetrieben. Diese Trennung entfernt uns Schritt fur Schritt von einer eigentlichen Landwirtschafts- und Ernährungspolitik.
Es ist ein gravierender Widerspruch, dass Bauern und Bäuerinnen immer höheren Anforderungen bezüglich Umweltschutz und Tierwohl gerecht werdensollen und gleichzeitig auch eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und Produktivitätssteigerung in offenen Märkten entwickeln sollen.
GVO und andere gentechnische Verfahren haben ihre Versprechen der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln nicht gehalten, deshalb muss das Moratorium verlängertwerden.
Bezuglich der Erhöhung der Anforderungen an Ausbildung genügt die geltende Regel.
Das bäuerliche Bodenrecht muss geschutzt werden! Deshalb ist Uniterre dagegen, den Landkauf durch juristischen Personen unter den vorgeschlagenenBedingungen zu erleichtern. Uniterre ist gegen die Möglichkeit, die heutige Belastungsgrenze zu uberschreiten. Eines der Probleme der Landwirtschaft ist die
Überschuldung. Diese Maßnahme wird die Situation verschlimmern und das langfristige Überleben der landwirtschaftlichen Betriebe schwächen.
Anerkennung kollektiver Strukturen von Landarbeitern. Die Agrarpolitik soll den Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und Direktzahlungen fur junge Menschenerleichtern und fördern. Wir schlagen vor, dass diese Strukturen ausschließlich aus aktiven landwirtschaftlichen Arbeitskräften bestehen. Diese sollten als"Bewirtschafter" erkannt werden können. Die Einhaltung dieser Bedingung sollte langfristig kontrolliert werden.
Im Zuge der geforderten Verbesserung der allgemeinen Einkommenssituation der Produktionsstufe unterstutzt Uniterre die Forderung der Bäuerinnen zur Verbesserung der sozialen Absicherung und die Koppelung mit einer Einzelhofprämie.

Das gesamte Projekt steht im Widerspruch zur Erklärung der Vereinten Nationen uber die Rechte der Landwirte und anderer im ländlichen Raum tätiger Personenwelche die Schweiz unterzeichnet hat. Uniterre fordert deshalb die Umsetzung der geltenden Verfassungsartikel Art.104 und 104a, innerhalb des bestehenden Landwirtschaftsgesetzes. Die bäuerliche Landwirtschaft, welche boden- und ressourcenabhängig produziert, soll systematisch gestärkt werden.


Kontakt Uniterre Deutschschweiz: Ulrike Minkner, Tel.032 941 29 34

Medienmitteilung pdf

Presseerklärung

Gesamte Vernehmlassung PA 22+ (im französisch - wird bald übersetzt)


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Lausanne, 23. Januar 2019

Der Vorstand von Uniterre hat beschlossen, die Initiative der Jungen Grünen zu unterstützen, die am kommenden 10. Februar zur Abstimmung kommen wird.

Der erschreckende Rückgang der Anbauflächen zugunsten von Bauland dürfte Regierungen und Bevölkerungen auf der ganzen Welt beunruhigen, vor allem aber in der Schweiz, wo das Land knapp ist und unsere Ernährungsautonomie bald an einem seidenen Faden hängen wird. Während die RPG zwar eine Reduzierung des Betonierens ermöglicht hat, so bleiben die empfohlenen Massnahmen dennoch unzureichend.

Angesichts der jüngsten Abstimmungen, bei denen die Schweizer Bevölkerung unsere einheimische Landwirtschaft nachdrücklich unterstützt hat, ist es notwendig, uns heute die Möglichkeit zu schaffen, um die landwirtschaftlichen Flächen für künftige Generationen zu schützen, um so die gesetzten Ziele überhaupt zu erreichen zu können. Die Agrarpolitik 2022+, die derzeit in der Vernehmlassung ist, schlägt ein "vernünftiges" Ziel vor, welches den jährlichen Verlust von 800 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ermöglicht. Nach Ansicht von Uniterre ist diese Position sehr gefährlich und kann nicht akzeptiert werden.

Uniterre widerlegt auch das Argument, dass eine definitive Blockade von Neubauflächen der wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz schaden würde. Die aktuellen Reserven sind nach wie vor beträchtlich. Wir können uns nicht ewig hinter finanziellen Argumenten verstecken und lieber neue Flächen nutzen, anstatt Industriebrachen zu sanieren und bebaute Flächen zu verdichten. Außerdem, was nützt der Bau von Wohnungen, Straßen und Schulen, wenn das Land nicht mehr in der Lage ist, das grundlegendste Bedürfnis seiner Bevölkerung, nämlich gesunde Lebensmittel, zu befriedigen? Das Gleichgewicht zwischen diesen verschiedenen Räumen ist fragil, es ist höchste Zeit zu handeln, um sie zu erhalten.

Uniterre ermutigt den Initiativausschuss jedoch, bei der Ausarbeitung des Durchführungsgesetzes sicherzustellen, dass Bauprojekte von bäuerlichen Familienbetrieben, wenn sie vernünftig und agrarpolitisch sinnvoll sind, keinen unnötigen Verwaltungsaufwand erfordern, damit unsere Bauern und Bäuerinnen ihren Auftrag auch wirklich erfüllen können.

Abschließend empfiehlt Uniterre seinen Mitgliedern und allen Bürgern und Bürgerinnen, den zur Abstimmung gestellten Text anzunehmen.

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Bern, 15. Januar 2019

Unter dem Motto «Mut zum Generationenwechsel in der Landwirtschaft» lanciert die Kleinbauern-Vereinigung eine fünfteilige Kurzfilmreihe zur ausserfamiliären Hofübergabe. Die Filme zeigen zwei erfolgreiche Generationenwechsel und portraitieren drei Hofsuchende.

Was erzählen Menschen, die eine ausserfamiliäre Hofübergabe wagten? Welche Herausforderungen hatten sie zu meistern? Mit welcher Motivation suchen heute junge Menschen einen eigenen Betrieb? Die Kurzfilmreihe lädt ein, in die unterschiedlichen Geschichten einzutauchen und macht Mut zum Generationwechsel in der Landwirtschaft.

Die Filme der Filmemacherin Antonia Meile sind Italienische und Französisch untertitelt und widerspiegeln neben der sprachlichen auch die geographische Vielfalt der Schweiz. Die Filme wurden in der Regionen Tessin, Zürcher Oberland, Entfleuch, Jura und Bern gedreht.

Im Kino

Das Kino Odeon Brugg zeigt die Portraits der Hofsuchenden als Vorfilme im Rahmen der Film-Reihe Landwirtschaft jeweils Donnerstag 14. Februar und 11. April.

Die Kurzfilmserie online : www.kleinebauern.ch/kurzfilme

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Die Palmöl-Problematik findet Eingang ins Freihandelsabkommen mit Indonesien. Hauptproblem bleibt die fehlende Verbindlichkeit.

Bern, 16.12.2018. Das heute in Jakarta unterzeichnete Freihandelsabkommen mit Indonesien anerkennt, dass Palmöl ein problematisches Produkt für Mensch und Umwelt in Indonesien wie auch für die Schweizer Bauern und Konsumentinnen ist. Nur so sind die Kontingente auf Palmöl, die begrenzten Zollerleichterungen und die Tatsache zu erklären, dass erstmals in einem Freihandelsabkommen ein einzelnes Produkt spezifisch angesprochen und mit Nachhaltigkeitsbedingungen versehen wird. Dies wertet die Palmölkoalition als Erfolg ihres permanenten Drucks auf die Verhandlungsparteien.

Indonesische und schweizerische Organisationen haben aufgezeigt, dass das importierte Palmöl bisher nicht nachhaltig produziert wird. Die existierenden Labels erfüllen die versprochenen Anforderungen nicht. Das grosse Problem des Abkommens bleibt zudem die fehlende Verbindlichkeit. Die Palmöl-Frage kann nur wirksam angegangen werden, wenn die Nachhaltigkeitskriterien überprüft und im Fall von Übertretungen Sanktionen ergriffen werden.

Wie der Bundesrat dies erreichen will, ist fraglich. Zudem liegt es nun am Bundesrat zu beweisen, dass sein Abkommen und seine Handelspolitik der Verfassung und seinen internationalen Verpflichtungen gerecht wird.

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Bern, 29. Oktober 2018, Die Schweiz verhandelt aktuell ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. Die an der heutigen Medienkonferenz vorgestellte Mercosur-Koalition1 sagt «Ja, aber» dazu. Sie fordert, dass verbindliche Nachhaltigkeitskriterien im Freihandelsabkommen aufgenommen, die sensiblen Landwirtschaftsprodukte nicht gefährdet und der Konsumentenschutz nicht geschwächt werden.

Seit Juni 2017 verhandelt die Schweiz im Rahmen der EFTA über ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay). Die Schweizer Exportwirtschaft erhofft sich dadurch einen besseren Zugang zu den Märkten in Südamerika. Das Abkommen hat jedoch auch Auswirkungen einerseits auf Bauernfamilien und Umwelt in den Mercosur-Staaten andererseits auf die Schweizer Landwirtschaft, die Arbeitsplätze im Ernährungssektor sowie auf die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten. Die neu ge-gründete Mercosur-Koalition will diese Auswirkungen in Politik und Öffentlichkeit thematisieren und vernünftige Lösungen finden.

Die Koalition stellt sich nicht per se gegen ein Freihandelsabkommen, fordert jedoch, dass darin konkrete und verbindliche Nachhaltigkeitskriterien verankert werden. Die mitwirkenden Entwicklungs-, Konsumenten- und Tierschutzorganisationen sowie Bauernverbände erläuterten an der Medienkonferenz ihre Bedenken und die Ansprüche an ein nachhaltiges Abkommen. Organisationen aus den Mercosur-Staaten teilen diese Forderungen. Natalia Carrau von der Organisation „Friends of the Earth“ aus Uruguay betonte: «Bereits heute setzt die industrielle Landwirtschaft, welche in den Händen von Konzernen liegt, bäuerliche Familienbetriebe in Südamerika unter Druck. Durch die Freihandelsabkommen mit Europa und die damit steigenden Exporte von Agrarrohstof-fen nimmt dieser Druck weiter zu.»

Um bereits vor Abschluss des Abkommens die Risiken zu identifizieren, verlangt die Mercosur-Koalition vom Bundesrat eine unabhängige ex-ante-Nachhaltigkeitsanalyse. Deren Resultate sind transparent und neutral zu kommunizieren und als Verhandlungsgrundlage zu nutzen. Als Teil des Abkommens fordert die Koalition ein Nachhaltigkeitskapitel mit ambitionierten und messbaren Zielen sowie verbindlichen Sanktionsmechanismen. Die Umsetzung der Agenda 2030 bzw. der UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG), die Respektierung relevanter Völkerrechtsverträge sowie des Schweizer Verfassungsartikels zur Ernährungssicherheit und nachhaltigem Handel (Art. 104a BV, Bst. d) müssen Teil dieses Nachhaltigkeitskapitels sein, genauso wie Tierschutzaspekte und die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

Bei der Einfuhr von Landwirtschaftsprodukten sind in den sensiblen Bereichen die Zugeständnisse zwingend auf die bestehenden WTO-Kontingente zu beschränken. Zudem muss aus den Mercosur-Staaten importiertes Fleisch ohne Leistungs- und Wachstumsförderer und unter Einhaltung hoher Tierschutz- und Lebensmittelsicherheits-standards produziert worden sein. Auch soll weiterhin nur GVO-freies Soja in die Schweiz gelangen. Damit der Konsumentenschutz nicht untergraben wird, sind die Kontrollen und die Kennzeichnung importierter Lebensmittel zu verbessern und die Lücken zu beheben.

1 Die Mitglieder der Mercosur-Koalition: SWISSAID, Alliance Sud, Schweizer Bauernverband SBV, Fédération romande des consom-mateurs FRC, Schweizer Tierschutz STS, Public Eye, Brot für alle und Uniterre.

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Auch dieses Jahr mussten zahlreiche ProduzentInnen mitanschauen, wie sich die andauernde Trockenheit stark auf ihre Futterente auswirkte. Die Konsequenzen sind katastrophal: Die Milchproduktion im Sommer ging zurück und zahlreiche Bauernhöfe haben bereits ihre Winterreserven angezapft, die wegen den klimatischen Bedingungen ohnehin schon sehr mager ausgefallen waren. Zudem mussten viele ProduzentInnen ihre Tiere frühzeitig ins Schlachthaus bringen: Eine doppelte Strafe, weil der Preis für Schlachttiere dem Gesetz von Angebot und Nachfrage unterworfen ist, und so zusammenbrach. Gleichzeitig wurde entgegen dem gesunden Menschenverstand weiterhin Fleisch importiert.

Infolgedessen haben wir mit Bestürzung erfahren, dass die BO Milch es anlässlich der zwei Sitzungen Ende Sommer verweigert hat, auf eine Erhöhung des Richtpreises für industrielle Milch einzutreten. Der aktuelle Milchpreis ist schon jetzt ungenügend, die erwähnte Tatsache macht es nur beschämender. Egal in welche Richtung wir schauen: Die Bäuerinnen und Bauern sind die Bestraften!

Vor dem Hintergrund dieser traurigen Nachrichten rühmt sich die BO Milch, ein Pflichtenheft für nachhaltige Milch definiert zu haben. Eine Liste mit Kriterien, die die ProduzentInnen respektieren müssen, um einen Preisaufschlag zu erhalten. Wenn wir diese Liste lesen, wissen wir nicht, ob wir lachen oder weinen sollen. Mehrere Punkte folgen dem gesunden Menschenverstand, doch einige grenzen an eine Farce:

  • Tiere mit Palmöl zu füttern, ist nicht mehr erlaubt. Bravo! Nach wie vor werden aber unsere Butter und Rapsöl durch massive Importe von Palmöl für die menschliche Ernährung konkurriert – auf Kosten der Gesundheit, der Umwelt und des bäuerlichen Einkommens in der Schweiz.
  • Die Kuh muss einen Namen tragen. Oder wie versucht wird, die Hilflosigkeit der BäuerInnen unter dem Deckelmantel des Respekts gegenüber ihren Tieren zu verbergen.

Werden diese und acht weitere Anforderungen erfüllt, können die ProduzentInnen hoffen, zwei Rappen mehr pro Kilo Milch zu erhalten. Dieser lächerliche Zuschlag ist grotesk! Er verhindert weder das Sterben noch die Umstrukturierung unserer Milchbetriebe und macht aus der nachhaltigen Milch eine zusätzliche leere Hülle im «Label-Dschungel». Wir möchten daran erinnern: Eine Milch ist nur nachhaltig, wenn sie auch fair ist. Und mit diesem Projekt sind wir sehr weit davon entfernt.

Wir hinterfragen einmal mehr die Haltung der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Während die Bewerbung der nachhaltigen Milch den Grossverteiler satte Gewinne eintragen wird, werden die ProduzentInnen einmal mehr leer ausgehen. Was braucht es noch bis zu einer fairen Verteilung des Mehrwertes? Denn darum geht es hauptsächlich.

Dennoch begrüssen wir den jüngsten Entscheid des Nationalrats, eine Wiedereinführung der Milchkontingentierung zu prüfen. Wie Uniterre seit dem Ausstieg im Jahr 2009 beteuert, würde eine Wiedereinführung es erlauben, die produzierten Mengen zu regulieren und dem saisonalen Export von überschüssiger Milch zu Spottpreisen ein Ende zu setzen. Wir werden das Dossier sorgfältig weiterverfolgen.

Lausanne, 2. Oktober 2018

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Der Menschenrechtsrat stimmte für die Erklärung über die Rechte der Bauern und anderer Personen, die im ländlichen Raum arbeiten.

Dies nach 6 Jahren Verhandlungen innerhalb des HRC, die von der bolivianischen Mission in Genf, La Via Campesina, Cetim und FIAN sowie Brot für Alle, HEKS und Swissaid mit großem Engagement geführt wurden.

Wir begrüssen die anhaltende Unterstützung der Schweiz während des gesamten Verhandlungsprozesses und ihr positives Votum heute: das einzige positive Votum eines europäischen Landes!

Pressemitteilung

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MEDIENMITTEILUNG DER PALMÖL-KOALITION

5. September 2018

Diese Woche hat die Ständeratskommission knapp gegen den Ausschluss von Palmöl aus dem Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien entschieden und stellt der Motion Grin eine zahnlose Kommissionsmotion entgegen. Die Palmöl-Koalition wehrt sich mit Vehemenz gegen diesen faulen Kompromiss und lanciert heute eine Petition an den Ständerat.

(BERN) Mit 4:3 Stimmen entschied sich die Ständeratskommission am Montag gegen die Motion Grin, die den Ausschluss von Palmöl aus dem Freihandelsabkommen mit Malaysia fordert. Zeitgleich unterstützt sie eine heute veröffentlichte zahnlose Kommissionsmotion. Diese lässt den erhöhten Import von Palmöl zu - mit verheerenden Folgen für den Regenwald, für die Menschenrechte und die Bauernfamilien in Malaysia und Indonesien aber auch in der Schweiz.

"Ein Nein zur Motion Grin ist ein Fehler. So wird der Zerstörung der Regenwälder durch Palmölkonzerne nichts entgegengesetzt und der Landraub geht weiter", so Johanna Michel vom Bruno Manser Fonds. "Wir Schweizer Bauern sind besorgt über den drohenden Preiszerfall beim Rapsöl. Zollsenkungen beim Palmöl setzen falsche Anreize", so Beat Röösli vom Schweizer Bauernverband." "Spricht man die Konsumenten darauf an, will keiner mehr Palmöl auf seinem Teller“, unterstreicht Laurianne Altwegg von der Fédération romande des consommateurs.

Die Palmöl-Koalition[1] bedauert die Haltung der Kommission und reagiert mit einer Petition an den Ständerat, die sich für die Motion Grin ausspricht. Darin geht es nicht um ein Verbot von Palmöl, sondern um dessen verbilligten Import. Die Motion wurde vom Nationalrat mit grosser Mehrheit angenommen. Neben der Motion Grin wird der Ständerat am 25. September auch über zwei Standesintiativen (Thurgau und Genf) mit denselben Forderungen entscheiden. Zudem sind gleichlautende Standesinitativen in den Kantonen Bern, Waadt und Jura vorbereitet worden. Der Ständerat kann und darf die Palmöl-Kritik der Kantone und der Bevölkerung nicht ignorieren!



[1] Der Palmöl-Koalition gehören folgende Organisationen an: Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana, Alliance Sud, Biovision, Brot für alle, Bruno Manser Fonds, Fédération romande des consommateurs, PanEco, Pro Natura, Public Eye, Schweizer Bauernverband, Schweizerischer Getreideproduzentenverband, Uniterre.

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Am 27. März 2018 hat die Bauerngewerkschaft Uniterre ihre Petition „Für 1 Fr. pro Liter für Milchbäuerinnen und Milchbauern“ bei den Behörden eingereicht. Die 25 000 Unterschriften kamen in nur 3 Monaten zusammen. Die Petition fordert den Bund auf, etwas Ordnung in den Milchmarkt zu bringen und die Anwendung des Landwirtschaftsgesetzes durchzusetzen, das besagt, dass Bäuerinnen und Bauern im Durchschnitt Einkommen erzielen sollen, die mit dem Einkommen der übrigen erwerbstätigen Bevölkerung in der Region vergleichbar sind.

Die Antwort des Wirtschaftsministers liess nicht lange auf sich warten: Er bringt einmal mehr seine Geringschätzung für die 20 000 Bauernfamilien, die in der Milchproduktion arbeiten, zum Ausdruck. In der Antwort steht nicht nur, dass der Bund aufgrund der heiligen Marktliberalisierung gewillt ist, die Situation weiter entgleisen zu lassen, Herr Schneider-Ammann gibt sogar implizit zu, dass 75 % der Milchbetriebe noch verschwinden sollen, weil ihre Rentabilitätsschwelle – seiner Ansicht nach – zu tief ist. Es soll nichts unternommen wird, um die grosse Vielfalt dieser Betriebe zu erhalten.

Die liberale Walze fährt unerbittlich und ungebremst weiter, unbekümmert darum, welche Opfer, Umweltschäden und wirtschaftlichen Schäden sie hinterlässt. Auch der Wille des Volkes, die Landwirtschaft in den Regionen zu erhalten, wird übergangen. Wozu? Zum Nutzen der Agrar-Industrie, die sich mit ihrem Kapital die Herrschaft über die Schweizerische Milchproduktion aneignet.

Uniterre wird sich weiterhin für die Bäuerinnen und Bauern einsetzen, damit sie eines Tages einen anständigen Lohn erhalten, und für die Konsumentinnen und Konsumenten, damit sie weiterhin Zugang zu gesunden Lebensmitteln erhalten, die in der Nähe produziert werden, weit weg von den unerwünschten Food-Fabriken.

Lausanne, 11. Juni 2018


> Uniterre: «Schneider-Ammann legt noch einen drauf» - Bauernzeitung 11. juni 2018