AP 2014-2017 fertig - jetzt kommt der nächste Schritt!
Kürzlich wurden die Verordnungen für die neue Agrarpolitik verabschiedet. Die Reaktionen der betroffenen Kreise? Fatalismus, durchzogen von einer unterschwelligen Unzufriedenheit, betrübte Kommentare über die Verluste der Einen und die Gewinne der Anderen. Aber es war ja immer klar, dass sich insgesamt nichts ändert: Strukturwandel, ökologisches Mäntelchen, Verlust an Marktmacht, Grenzöffnungen, weniger staatliche Beobachtung usw. Ein Satz in der Mitteilung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) lässt uns jedoch stutzig werden.
Für was eigentlich setzen wir Bäuerinnen und Bauern uns tagtäglich ein? Wir stehen in aller Herrgottsfrühe auf, schaffen meist sieben Tage die Woche, oft in Wind und Regen. Kühe kalben um drei Uhr in der Nacht und wenn sie krank werden, schlafen wir schlecht. Ferien sind für viele Mangelware. Wozu und für wen eigentlich und mit welchem Rückhalt?
 Hommage an die Gemeinschaft, die uns ernährt 
 Wir sind nicht mehr daran gewöhnt, unsere Lebensmittel anzufassen. Was wir kennen, ist plastifizierte, doppelt und geruchsdicht verpackte, vorgeschnittene, in Schalen gefüllte Industrienahrung. Das geht so weit, dass unsere Kinder nicht mehr wissen, was woher kommt. Wo ist beim Fischstäbchen der Kopf? Wo bei der Milch aus dem Karton die Kuh? 
Dem Ausstieg aus der öffentlichrechtlichen Mengensteuerung (Milchkontingente) folgten vier Jahre Milchkrisen mit dramatischen Folgen für die Bauernfamilien. Jetzt macht die Bundesverwaltung über das BLW Druck für einen neuen Liberalisierungsschritt. Es geht darum den Schweizer Markt für sämtliche Milchprodukte (der Käsemarkt ist schon liberalisiert) zu öffnen. 
Die Arbeit der Kommission Milch zahlt sich aus!
Es gibt Wochen, die sind düsterer als andere. Diejenigen im Mai waren ausgezeichnet. Die Bauern von Uniterre gewannen zwei wichtige Kämpfe, einen auf europäischer und eine auf nationaler Ebene, betroffen die Gesamtheit aller Milchproduzentinnen und Milchproduzenten.
Zwei Sektionen, Genf und Zürich/Winterthur, haben sich entschieden, das Referendum gegen die AP 14-17 zu unterstützen, während der Gesamtvorstand von Uniterre keinen Konsens gefunden hatte und deshalb keinen abschliessenden Entscheid getroffen hat. Das Präsidium hat die Verantwortung übernommen dafür, dass sich zwei Sektionen engagieren. 
Dem Referendumskomitee gehören auch La Vrille und Landwirtschaft 2020 an. Weitere bäuerliche Organisationen und Politiker haben sich angeschlossen (1*).  
Eine Specielle Zeitung Karawane ernährUngssoUveränität
8 april / Wädenswil (ZH): Vertragslandwirtschaft Wädichörbli - Gemüseanbau im Kollektiv
9 april/ Stammerberg (ZH): Weingut mit Zukunft
11 april / BASEL: «Food Policy» Forum
12 april / Liesberg (BL): Erste vertragslandwirtschaftliche Käserei der Schweiz
13 april / Courtelary (JU) : Saatgut. Zurück zur Einöde?
Büki im 24Heures von 13. Februar 2013
Vom Aufbinden von Bären und andern Pferden...
 
 Pferdefleisch in Lasagneprodukten über ganz Europa! Wie sich das Produkteangebot der Lebensmittel-industrie erweitert wächst auch deren Undurchsichtigkeit. Die industrielle Logik und deren Marktstrategie der Kostenreduktion bedeutet Massenproduktion, Spezialisierung, Segmentierung der Produktionsschritte im grenzenlosen Konkurrenzkampf der Wettbewerbsfähigkeit. 
 
 Industrialisierung der Landwirtschaft: Debatte dringend nötig 
 
 «Der Landwirtschaft gehe es gut(!) und die frei werdenden Flächen könnten so von anderen, von Nachbarn übernommen werden». Letzten November hat B. Lehmann, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, über das jährliche Verschwinden von 1400 Landwirtschaftsbetrieben gesprochen. 
Herr Lehmann, die Art und Weise, wie eine Bauernfamilie ihr Land bestellt, bedingt das spezifische Wissen, das sie ihren Liebsten, ihren Kindern, vermitteln will. Das gibt der Arbeit der Bauern einen Sinn.
Was ist es mir wert?
Was ist es mir wert, fragte sich Claire beim Auspacken des Einkaufskorbes. Im Aldi hätte ich das alles sicher noch gut 10% günstiger gehabt. Meine beste Freundin aber lacht mich aus. Ich kaufe nur noch ennet der Grenze ein, sagt sie. Da sparst du fast einen Drittel. Das bisschen Sprit ist vernachlässigbar und Zeit hab ich schliesslich genug.