So nah und doch so fern...
Während Jahrhunderten war die Weltbevölkerung mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig. Es brauchte viele Hände und Arbeitsstunden, um alle zu ernähren. Die Erträge waren bescheiden, Mechanisierung gab es nicht, das Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Landwirtschaft gehörte zum Alltag, war Alltag. Sie war selbstverständlich. Das heisst aber nicht, dass der Status der Bauern beneidenswert war, das Gegenteil ist der Fall.
Man kann von der Landwirtschaft leben - ausser, man ist Bauer!
Die Zahlen sind eindeutig: In der Schweiz sind weniger als 0,3 % der Bevölkerung damit beschäftigt, die Erde zu bestellen und Vieh zu züchten. Wir sind nicht zahlreich und wir werden immer weniger. Die Bauernhöfe verschwinden im erschreckenden Rhythmus von 3 pro Tag ; die Jungen wandern ab in die Stadt in der Hoffnung auf ein leichteres Leben - bis auf einige Wenige, die angefressen sind, oder verrückt, oder beides.
Sind wir Linke oder Rechte? Weder noch: Wir sind unabhängig!
Offenbar hat man Uniterre auf dem Land als «linke Bauerngewerkschaft» etikettiert ... oder vielleicht noch als «kleine, alternative Bauerngewerkschaft». Diese Kategorisierung schrecke viele davon ab, Mitglied zu werden. Welche unserer Aktivitäten oder unserer Aus-sagen führt die Menschen dazu, so über Uniterre zu denken? Übernehmen wir, die bäuerlichen Mitglieder von Uniterre, die Verantwortung für dieses Image - und wenn ja, wie?
Wir haben eine Vision und bleiben dabei.
Unsere Initiative für Ernährungssouveränität wird nur von wenigen PolitikerInnen offen unterstützt. Das war zu erwarten, denn unsere Forderungen können nicht mit ein paar Trostpflastern abgedeckt werden.
Ende November 2016 haben die Räte die Initiative des Bauernverbands (zur Ernährungssicherheit) zerpflückt und einen Gegenentwurf eingebracht. Das Resultat ist ein Trauerspiel.
Gegenentwurf: ein Hinterhalt für unsere Initiative
Am 29. November hat der Ständerat den Gegenentwurf zur « Initiative für Ernährungssicherheit » angenommen. Es wäre aber falsch, zu glauben, dieser Entscheid betreffe nur die Initiative des SBV. Die Ratsmitglieder haben immer wieder darauf hingewiesen, dass der Gegenentwurf nicht nur eine Antwort auf die Initiative des SBV ist, sondern vielmehr eine Strategie, mit der auch die « Fair-Food-Initiative » der Grünen und die « Initiative für Ernährungssouveränität » von Uniterre bekämpft werden sollen. Jetzt kommen Gegenentwurf und Initiative des SBV (sofern Letztere nicht zurückgezogen wird) vor den Nationalrat.
Unsere Ernährungssysteme gehören uns 
Vor einigen Jahren hat Olivier de Schutter, UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung gesagt, ein Hauptgrund für die gegenwärtige Lebensmittelknappheit sei die fehlende Demokratie in unseren Ernährungssystemen. Man müsse in den Dörfern und Städten, bei den Bürgerinnen und Bürgern beginnen, bessere Systeme zu gründen, welche die Macht weg von den Konzernen zurück zu den Völkern bringt.
Gehirntot des Milchsektors
Vor 10 Jahren hat in der Schweiz die dreijährige Übergangsphase für den Ausstieg aus der Milchkontingentierung begonnen. Fast gleichzeitig, nämlich 2007, wurde der Käsemarkt zwischen der Schweiz und der EU vollständig liberalisiert.
Wo stehen wir heute?
Statistiken - machen die Welt nicht besser.
Winston Churchill soll einmal gesagt haben : « Ich glaube nur an Statistiken, die ich selber gefälscht habe. » Wir alle ziehen gerne Statistiken, Zahlenvergleiche, Studien heran, wenn etwas bewiesen oder eine These untermauert werden soll.
Wir geben nicht auf! Gemeinsam und solidarisch für eine bäuerliche Landwirtschaft.
Mehr denn je werden die Bauernfamilien allein gelassen und ihre Probleme von den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Instanzen geleugnet - sogar von jenen, deren Aufgabe die bäuerliche Interessenvertretung wäre. Ein Blick in den Agrarbericht 2015 des BLW zeigt jedoch, dass die Schweizer Landwirtschaft eine tiefe Krise durchmacht, geprägt von Zweifeln und Sorgen. Immer noch verschwinden zu viele Bauernhöfe und immer noch nehmen sich zu viele Bauern das Leben.
Einschränkungsmilch : Wir wollen mehr Transparenz !
Wie zur gleichen Zeit im Jahr 2015 ist auch heute die Marktlage für Hartkäse mit hoher Wertschöpfung schlecht. Viele Branchenorganisationen haben deshalb beschlossen, die Käseproduktion zurückzufahren und folglich Beschränkungen einzuführen. Aber weniger Käseproduktion ist nicht gleich weniger Milchproduktion.