Seit einigen Tagen bekommt EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker ganz besondere Post. Aus Protest gegen die destruktive Milchpolitik der EU-Kommission senden Milchbäuerinnen und Milchbauern aus ganz Europa Frischmilch ins Büro des EU-Politikers.
Milchviehhalter protestieren trotzdem spontan (Herrsching) Nachdem es schon im Vorfeld rund um den Besuch des EU-Agrarkommissars Phil Hogan bei der Landesversammlung des Bayerischen Bauernverbands in Herrsching am Ammersee viel Theater gegeben hatte, setzte sich dies auch bei der heutigen Spontan-Aktion einiger Milchviehhalter fort.
Aktuelle Zahlen für Juli zeigen ein Abrutschen der Kostendeckung in Deutschland (Brüssel, 01.12.2015) 100 Prozent investierte Arbeit und 100 Prozent Milchqualität - aber nur 66 Prozent Kostendeckung.
Großer Aktionstag gegen die Milchmarktpolitik der EU in den EMB-Mitgliedsländern
Unter dem Motto „Eure Politik vernichtet Milchbauern!" fanden heute zahlreiche Proteste und symbolische Aktionen in den Mitgliedsländern des European Milk Board statt: Traktoren-Demos rollten durch die Straßen, Protestbriefe wurden übergeben, Warnfeuer entzündet und Luftballons stiegen auf.
Pressemitteilung: Europäische Milcherzeuger aus mehr als 10 Ländern fordern freiwilligen Lieferverzicht
(Montichiari, 14.10.2015) Es wird einfach nicht ruhig in Europa. Seit Monaten gehen die Milcherzeuger mit starken Aktionen in vielen EU-Staaten für das gleiche Ziel auf die Straße.
BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter) hat eine Demo am 10. Oktober in Köln zur Eröffnung der Nahrungsmittelmesse Anuga organisiert.
Da auf der Messe auch die großen Molkereien vertreten waren, wollten die mehrere hunderten Milchbauern in diesem Zusammenhang auf ihre Situation aufmerksam machen. 
Am 10. Oktober hat in Berlin eine Grossdemonstration - mehr als 250'000 Personen- gegen das TTIP und CETA stattgefunden. Dazu aufgerufen hat die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative «Stop TTIP», ein Bündnis mit 500 Organisationen aus allen EU-Mitgliedsstaaten, der von mittlerweile knapp drei Millionen Unterstützenden getragen wird. Wir von der Initiative für Ernährungssouveränität haben uns diesem Aufruf aufgeschlossen und haben den 10. Oktober zum schweizweiten Aktionstag ausgewählt.
Der Ständerat hat mit 23 zu 18 Stimmen die Initiative von Jacques Bourgeois (FDP und Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes SBV), welche die Lebensmittel beim Cassis de Dijon ausschliessen wollte, begraben. Wir sind empört und konsterniert.
„Diese Resultate sind keine Lösung. Dafür sind wir nicht auf die Straße gegangen“
(Brüssel, 08.09.2015) Die gestern von der EU-Politik verkündeten Maßnahmen sind Augenwischerei. Die Politik hat ganz klar am Problem vorbei entschieden. Die Krise auf dem Milchsektor ist struktureller Art und wird sich durch die zugesagten Gelder aus Brüssel nicht lösen lassen. „Die Bauern aus ganz Europa sind nicht für Subventionen auf die Straße gegangen, sondern für ein Kriseninstrument, um die Ursache des Problems - die Überproduktion auf dem europäischen Markt - zu lösen“, so der Vorstand des European Milk Board.
Tausende Milcherzeuger (und etwa 50-100 aus der Schweiz) sagen JA zu einer Mengenkürzung in Krisenzeiten
Bei großer Demonstration in Brüssel Einsatz von Kriseninstrument inklusive freiwilligem Lieferverzicht gefordert
 
(Brüssel, 07.09.2015) Aus ganz Europa sind sie heute mit ihren Schleppern in Brüssel zusammengekommen, um vor dem EU-Ratsgebäude die Agrarminister lautstark zum Handeln in der Krise aufzurufen.