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Seit einigen Jahren sind verschiedene neue gentechnische Verfahren in der Entwicklung, die sowohl in der Pflanzen- und Tierzüchtung, als teilweise auch in der Humanmedizin angewendet werden können.

Nachdem man drei Jahrzehnte lang mit ungenauen Schrotschussverfahren gearbeitet hat – der Ort des Einbaus der neuen Gen-Konstrukte konnte nicht kontrolliert werden und komplexere gentechnische Veränderungen liessen sich kaum herstellen – , glaubt man sich jetzt in der Lage, das Erbgut und die Genregulation zielgerichtet, planvoll und ohne erhebliche Nebenwirkungen manipulieren zu können. Wortschöpfungen wie „Genome-Editing“ (übersetzt ungefähr: „gezieltes Umschreiben“ von Genomen) oder „Präzisionszüchtung“ sollen uns glauben machen, dass man die Ära der Steinzeit-Gentechnik verlassen hat.

Erste Pflanzen, die mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren entwickelt wurden, sind in den USA bereits auf dem Markt. Wenn die Verfahren nicht als Gentechnik eingestuft werden – sowohl in der Schweiz, als auch in der EU werden hierzu bald politische Entscheidungen erwartet – könnten diese Pflanzen ohne Regulierung und Kennzeichnung auf dem Teller von Schweizer Konsument*innen landen. An gentechnisch veränderten Tieren wird ebenfalls gearbeitet. Auch hier gilt: Ohne Regulierung als Gentechnik keine Risikobewertung und keine Kennzeichnung, also weder Transparenz in der Produktion, noch beim Einkauf.

Die Kampagne "Keine Gentechnik durch die Hintertür" informiert über diese Entwicklungen sachlich und kritisch – und unabhängig von den Interessen der Agrarkonzerne und Patentinhaber. Unsere Einwände gegen bestimmte Anwendungen der Gentechnik beruhen auf wissenschaftlichen Studien und Argumenten und nicht auf „Fake News“.

Wir warnen davor, dass kurzfristige Profitinteressen dazu führen könnten, dass die neuen gentechnischen Verfahren und daraus entwickelte Produkte ohne umfassende Risikobewertung auf dem Acker und dem Teller landen könnten.


Mit unserem Projekt wollen wir…

  • über die aktuellen Entwicklungen in der Gentechnologie sowie deren langfristige Folgen informieren und diese stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken,
  • über Risiken aufklären und
  • von der Politik angemessene und vorsorgende Massnahmen einfordern.

Welche neuartigen gentechnisch veränderten Produkte und Organismen sollen in den nächsten Jahren auf den Markt kommen?

Anhand verschiedener Beispiele – wie Äpfel, Bienen, Schweine und Kühe – erklären wir, was technisch gemacht wurde, welche Ziele mit den Veränderungen verfolgt werden, welche Risiken die technischen Eingriffe haben und welche Folgen eine Freisetzung für die Landwirtschaft und die Umwelt haben könnte.

Um auf politischer Ebene etwas zu bewirken, haben wir sechs Forderungen formuliert.

  • Neue Gentechnik als Gentechnik regulieren
  • Monitoring von Langzeitfolgen für Mensch, Tier und Umwelt
  • Nachweisverfahren, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sicherstellen
  • Wahlfreiheit gewährleisten
  • Vorsorgeprinzip stärken
  • Konzepte für eine nachhaltige Landwirtschaft fördern


Wer aktiv werden möchte, ist herzlich dazu eingeladen!

http://www.stop-nouveaux-ogm.ch/de/aktiv-werden


Weltweit findet am 20. Mai wieder ein «March against Monsanto» statt. In Basel heisst dieser seit drei Jahren «March against Monsanto & Syngenta» und führt diret vor die Tore des Basler Hauptsitzes. Mehr als 50 Organisationen unterstützen die Demonstration darunter Uniterre. Auch vor dem europäischen Hauptsitz in Morges wird demonstriert.
Am 18.April werden die fünf Richter des Monsanto Tribunals ihre Schlussfolgerungen präsentieren. Es wird nicht sofort die Straflosigkeit von Monsanto und den großen Konzernen beenden, sicherlich nicht. Wir werden nicht so einfach die Welt verändern. Aber es wird ein wichtiger Schritt im Kampf gegen diejenigen sein, die denken, sie könnten Menschen und Umwelt für ihre Profitgier vergiften. Wenn die Richter entscheiden, dass Monsanto das Recht auf Nahrung, Gesundheit, eine gesunde Umwelt und wissenschaftliche Freiheit verletzt hat, wäre das eine sehr wichtige Entscheidung. Wenn die Richter schließen, dass dies den (neuen) Tatbestand des Ökozids bedeutet, wäre das ein starkes Signal für die Welt.
Zum ersten Mal wurde ein Multi in Den Haag vor ein internationales Gericht gestellt. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen : es handelte sich nicht - noch nicht ! - um den Internationalen Strafgerichtshof, sondern um ein Meinungstribunal, das vom 14. bis zum 16. Oktober in Den Haag tagte.
Am 10. November fand in Bern das Symposium « GVO - 20 Jahre Kommerzialisierung » statt, organisiert von der Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) und Alliance suisse pour une agriculture sans génie génétique (Stop OGM) organisiert mit Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz.