Zur Belebung des Sektionsgeschehens und zum gegenseitigen Austausch laden wir nach einer langen Pause zu einem Treffen ein.

16.00 Führung Radieslihof (Solawi)

17.00 Sitzung Uniterre

Im Anschluss: Essen mit Suppe (Radieslihof) und Teilete/Mitbringbuffet Kollekte mit Richtpreisen für Führung und Suppe. Bitte bringt dafür Bargeld mit! Ein grosses Dankeschön ans Team vom Radieslihof für die Einladung, für Führung und Verpflegung im Vorhinein!

Anmeldung an: Daniel Flühmann, Tel. 078 845 48 99 oder bern@uniterre.ch

Viele Grüsse,

Christian Hutter, Daniel Flühmann

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Die Kleinbauernvereinigung hat gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen, zu denen auch Uniterre gehört, die Petition «Jeder Hof zählt - Jetzt das Hofsterben stoppen!» bei der Bundeskanzlei eingereicht. Insgesamt kamen 13'367 Unterschriften über zweieinhalb Monate zusammen. Die Petition fordert den Bundesrat dazu auf, konkrete Massnahmen gegen das Hofsterben zu ergreifen und eine kleinstrukturierte, bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft zu fördern.

Denn: Jeden Tag schliessen in der Schweiz zwischen zwei bis drei Höfe für immer ihre Tore. Die Gesamtzahl der Bauernbetriebe hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als halbiert und ist auf unter 50'000 gefallen. Darüber hinaus ist der Zugang zu Land, auch als ausgebildete Landwirtin, sehr schwer – besonders für junge Menschen und Frauen. Ausserfamiliäre Hofübergaben sind finanziell benachteiligt.

Die Bauernbetriebe werden tendenziell immer grösser. Das hängt auch mit dem Preisdruck zusammen: Die Landwirt*innen in unserem Land stehen wenigen, aber viel mächtigeren Verarbeitern und Detailhändlern gegenüber. Der nationale Lebensmittelmarkt wird nämlich zu fast 80% von nur zwei Unternehmen kontrolliert: Migros und Coop. Diese besitzen ein enormes Gewicht bei der Festlegung der Preise. Gemeinschaftliche Strukturen oder der Direktverkauf befinden sich so in einem System, das sie strukturell benachteiligt. Dieses Machtverhältnis muss umgekehrt werden.

Klar ist: Wir müssen unsere Landwirtschafts-, Handels- und Ernährungspraktiken überdenken. Die Schaffung fairer und kostendeckender Preise ist eine sozial-ethische Herausforderung. Denn die Frage der Wertverteilung innerhalb der Lieferketten ist von öffentlichem Interesse und nicht nur eine Frage privater Aspekte der Wirtschaft. Wir können uns nicht länger hinter dem Vorwand des Handelsgeheimnisses oder dem Wettbewerb verstecken. Es ist einfach unfair, diese Kategorien auf die Landwirtschaft anzuwenden!

Wir verurteilen das völlig unausgewogene Kräfteverhältnis zwischen den Produzentinnen und Produzenten und den Grossverteilern. Dazu gehört auch die Komplizenschaft des Staates: Faire Preise und transparente Wertschöpfungsketten können nur erreicht werden, wenn der Bund und insbesondere das BLW seine Verantwortung wahrnimmt und die entsprechenden Gesetze anpasst und erlässt. Wir fordern einen gesetzlichen Rahmen, der kostendeckende Preise garantiert.

Eine nachhaltige Landwirtschaft kann es nur mit der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit der Bauernbetriebe geben und die kann wiederum nur durch faire und kostendeckende Preise erreicht werden. Wenn es keine Bäuerinnen und Bauern mehr gibt, ist es zu spät. Was sollen wir dann essen?


TeleBärn berichtet über die Petitionsübergabe

Am 21. November ab 9.30 Uhr übergibt die Kleinbauern-Vereinigung gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen die Petition "Jeder Hof zählt - Jetzt das Hofsterben stoppen!" der Bundeskanzlei. Als eine der Partnerorganisationen wird auch Uniterre vertreten sein.


Zur Petition

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Die Milchverarbeiterin ELSA hat im Gerichtsprozess gegen den Uniterre-Präsidenten Maurus Gerber Rekurs eingelegt: Sie möchte den Prozess, in dem es um die Ausbezahlung der Verkäsungszulage geht, zur zweiten Instanz weiterziehen. Uniterre gibt nicht auf, braucht dafür aber finanzielle Unterstützung.

Per 1. Juni 2007 wurde der Käsemarkt zwischen der Schweiz und der EU liberalisiert, d.h. die entsprechenden Zölle wurden abgeschafft. Um den Käsereimilchpreis zu stabilisieren, sieht die Milchpreisstützungsverordnung (MSV) eine entsprechende Zulage für verkäste Milch vor. Diese wird dem Verarbeiter ausbezahlt, der ihn wiederum dem oder der Produzent*in weitergeben muss. Aber: Ein Grossteil dieser Prämie kommt gar nicht bei den Produzent*innen an! Maurus Gerber, Präsident von Uniterre und pensionierter Milchproduzent, hat deshalb einen Rechtsstreit gegen die Milchverarbeiterin ELSA eröffnet – und in erster Instanz gewonnen.

Das Bezirksgericht Broye stellte in seinem Urteil vom 10. Oktober fest, dass die Art und Weise der Weiterleitung der Verkäsungszulage durch ELSA an die Produzent*innen nicht dem Willen des Gesetzgebers entspricht, nicht zuletzt, weil das aktuelle Kontrollsystem des BLW mangelhaft ist und Schlupflöcher offen lässt. Gegen dieses Urteil hat ELSA nun Rekurs eingelegt und zieht den Prozess damit zur zweiten Instanz, dem Kantonsgericht, weiter.

Uniterre kann und will sich an diesem Punkt nicht geschlagen geben. Die Verkäsungszulage muss endlich direkt an die Produzent*innen gehen, und nicht erst in unbestimmter Zukunft, wie es das neue Verordnungspaket des Bundesrats vorsieht. Deshalb ist klar: Wir machen weiter! Aber dafür brauchen wir Unterstützung. Die Gerichts- und Anwaltskosten werden zwar von ELSA übernommen, wenn Uniterre erneut Recht bekommt. Darauf können wir uns aber nicht verlassen. Um die laufend anfallenden Kosten für den Prozess zu decken, wird Uniterre deshalb ein Crowdfunding in Zusammenarbeit mit einer partizipativen Finanzierungsplattform lancieren. Gemeinsam wollen wir die Schweizer Landwirtschaft gerechter gestalten!

Medienkontakte

Maurus Gerber: Kläger, Präsident Uniterre (FR/DE), 081 864 70 22, maurus.gerber@bluewin.ch

Rudi Berli: Sekretär Uniterre (FR/DE), 078 707 78 83, r.berli@uniterre.ch

Weitere Informationen

Medienmitteilung Uniterre 18.10.2022

Milchbauer im Rechtsstreit mit Elsa (Schweizer Bauer, 28.10.2022)

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Podiumsdiskussion zu klimaneutraler Landwirtschaft und Ernährung mit:

  • Alexandra Gavilano, Projektleiterin nachhaltiges Ernährungssystem, Greenpeace Schweiz
  • Thomas Paroubek, Leiter Direktion Nachhaltigkeit & Qualität beim Migros-Genossenschafts-Bund
  • Martin Haab, Landwirt und Präsident des Zürcher Bauernverbands

Mit einer Einführung von Dr. Roman Grüter, Umweltnaturwissenschaftler an der ZHAW.

Mehr Informationen

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Andermatt Biocontrol entwickelt und vermarktet biologische Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittellösungen und macht diese der Praxis verfügbar. Als Schweizer Unternehmen mit Sitz im luzernischen Grossdietwil engagiert sich die Firma mit innovativen Lösungen und fundierter Beratung für eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln, wozu rund 100 Mitarbeitende ihren Beitrag leisten.

Bei der Betriebsbesichtigung wird gezeigt, wie aus einer Idee vor über 30 Jahren eine internationale Firmen-gruppe entstanden ist. Die Besucherinnen und Besucher tauchen ein in die Entstehungsgeschichte und die Struktur der Firmen in Grossdietwil, durchleben die Virenproduktion und erhalten einen Einblick in die faszinierende Welt der Nützlinge.


Dauer der Betriebsbesichtigung etwa 1,5 bis 2 Stunden.

Hinweise zur Anreise erhalten Sie nach der Anmeldung.

Beitrag Fr. 10.-- an die Führungskosten

Anmeldung bis Dienstag, 8. November 2022 an aargau@uniterre.ch

mit Name, Vorname, Wohnort und Tel.-Nr.

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt.


Nun hoffen wir, viele bekannte und auch unbekannte Gesichter bei Andermatt Biocontrol begrüssen zu dürfen.


Freundliche Grüsse

Josef Kaufmann, Uniterre Sektion Aargau

Katharina Schatton, Sekretärin Uniterre Deutschschweiz

Senkung der Grundbeiträge - steigende Kosten - zu tiefe Preise - angekündigte Stromkürzungen... Es reicht! Wir müssen reagieren und eine einheimische Produktion und die bäuerliche Landwirtschaft verteidigen!

Kommen Sie zahlreich am Mittwoch, 19. Oktober um 19.30 Uhr ins Maison Verte, Route de la Gare 2 in Romont.

Mehr Informationen: Rudi Berli 078 707 78 83

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Im Prozess, den unser Präsident Maurus Gerber gegen ELSA wegen der Verkäsungszulagen angestrebt hat, hat ihm das Kreisgericht Broye in erster Instanz rechtgegeben. Der Gerichtspräsident stellt fest, dass das jetzige System der Auszahlung der Verkäsungszulage nicht ordnungsgemäss funktioniert, und dass ELSA dies zu Ihren Gunsten ausnützt.

Das Landwirtschaftsgesetz sieht vor, dass den Produzen*innen eine Prämie ausgezahlt wird (Art. 6 Bst. b der Milchpreisstützungsverordnung (MSV) und Art. 38 des Bundesgesetzes über die Landwirtschaft (LwG)). Diese Prämie hatte zum Ziel, den Preis für Industriemilch nach der Liberalisierung des Käsemarktes (Juni 2007) zu stabilisieren. Sie sollte für eine hochwertige Käseverarbeitung im A-Segment gezahlt werden. Das Problem: Ein Grossteil dieser Prämie kommt in der Realität gar nicht bei den Produzent*innen an! Deshalb hat Maurus Gerber, Präsident von Uniterre und pensionierter Milchproduzent, einen Rechtsstreit gegen den Milchverarbeiter ELSA eröffnet.

In seinem Urteil gibt der Gerichtspräsident Herrn Gerber teilweise Recht. Er heisst die Klage zur Zahlung der Verkäsungszulage gut, anerkennt indessen, dass ELSA nicht in der Lage ist, den Warenfluss zu rekonstruieren, um die genaue Verwendung der Milch von Herrn Gerber zu belegen. Als zentrales Element gilt, dass die monatlichen Milchabrechnungen keine Verkäsungszulagen ausweisen. Demgegenüber ist die Migros-Tochter ELSA der Ansicht, dass diese Zulagen integrierter Bestandteil des Basismilchpreises sind. Dies widerspricht der aktuellen Gesetzgebung, die von «Zulagen» spricht, die auf der Milchabrechnung separat ausgewiesen werden müssen.

Das Gericht hat ebenfalls festgestellt, dass das Kontrollverfahren des BLW nicht garantieren kann, dass die Verkäsungszulagen effektiv den Produzenten zugutekommen. Da ELSA die Auszahlung der Verkäsungszulage an Herrn Gerber nicht belegen konnte, muss sie den anteilsmässig errechneten Betrag im Nachhinein überweisen sowie für sämtliche Gerichts- und Verfahrenskosten aufkommen. Das Urteil wird jedoch erst rechtskräftig, wenn die 30-tägige Einsprachefrist unbenutzt verstreicht.

Seit Jahren schon kämpft Uniterre für eine gerechte und transparente Auszahlung der Verkäsungszulagen. Dieses Gerichtsurteilstellt bringt nun unsere Bemühungen. einen bedeutenden Schritt weiter. Uniterre hat anlässlich der Vernehmlassung zum Verordnungspaket 2022 den Vorschlag des BLW unterstützt, die Verkäsungszulagen den Produzenten direkt zu überweisen. Was daraus wird, wird sich im Laufe dieses Herbstes erweisen.

Medienkontakte

Maurus Gerber, Kläger und Präsident Uniterre (FR/DE): 081 864 7022

Rudi Berli, Sekretär Uniterre (FR/DE): 078 707 78 83

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Von Bäuerin zu Bauer und Bauer zu Bäuerin: Bauernbewegungen und Netzwerke in Lateinamerika und Afrika. Gespräch mit einem Aktivist von La Via Campesina.


Zoom-Link: https://us06web.zoom.us/j/81675155462

Seit Vasco da Gama und Christopher Columbus wurde Lateinamerika und Afrika eine koloniale Plantagenwirtschaft aufgezwungen. Seit den 1980er Jahren haben die WTO und verschiedene andere Institutionen versucht - und versuchen noch heute - diese Art von Landwirtschaft zu verbreiten, die die Interessen der lokalen Bevölkerung nicht berücksichtigt und nicht weiss, was Ernährungssouveränität bedeutet. Eine Art der Landwirtschaft, die nach den Grundsätzen des Agrobusiness auf den Export in die westlichen Länder ausgerichtet ist.

In Lateinamerika und Afrika entwickeln sich jedoch starke Basisbewegungen zur Erhaltung und Weiterentwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft. Sie stützen sich auf die Grundsätze der Ernährungssouveränität, die Förderung der Bodenfruchtbarkeit, die nachhaltige Nutzung von Wasser und Boden, die Kombination von Nutzpflanzen und die Achtung der natürlichen Kreisläufe. Solche Bäuerinnen- und Bauernbewegungen geben Wissen und Erfahrung von Bäuerin zu Bauer und von Bauer zu Bäuerin weiter. Sie unterstützen und stärken die Bäuerinnen und Bauern als wesentliches Element des jeweiligen Landes.

Uniterre und La Via Campesina freuen sich, dieses Treffen zwischen Valentin Val, Forscher in der Abteilung für Landwirtschaft, Gesellschaft und Umwelt am «Colegio de la Frontera Sur» in Chiapas (Mexiko) und Landwirten, Verbrauchern und Experten aus verschiedenen Ländern im Rahmen der Agrarökologietage in der Schweiz organisieren zu können. Valentin wird die Entwicklungen in einigen lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern vorstellen. Wir freuen uns auf einen intensiven Dialog mit ihm über die Potenziale und Herausforderungen auf dem Weg zur Entwicklung der Agrarökologie.


Sprachen: Valentin Val spricht Spanisch, Übersetzungen auf zwei Kanälen, Deutsch und Französisch

Städte - Treiber für nachhaltige Ernährung


Über die Hälfte der Menschen weltweit wohnt in Ballungszentren, bis 2050 soll sich der Anteil auf zwei Drittel erhöhen: zwei von drei Personen werden in (Mega)Cities wohnen. In der Schweiz leben bereits heute drei Viertel der Bevölkerung in urbanen Gebieten. Am Welternährungstag 2021 stellten wir daher die Frage «Gesunde, Gerechte Ernährung für alle, was ist das und wie kommen wir dahin?» Alle Beteiligten waren sich einig, dass eine gesunde und faire Ernährung vom guten Zusammenspiel zwischen Politik, Verwaltung, Ernährungswirtschaft und Zivilgesellschaft abhängt.


Drei Veranstaltungen sind in Planung:


Text: welternaehrungstag.ch