Podiumsdiskussion über Forschung, Züchtung und Vermehrung von Saatgut in der Schweiz. Mit welchem Saatgut säen wir die Zukunft?

Das Inputreferat von Frau Dr. Eva Gelinsky zeigt die Konflikte im wirtschaftlichen, rechtlichen und im naturwissenschaftlichen Bereich auf. Vier Expert/innen diskutieren anschliessend über sinnvolle Wege, über Umsetzungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Erwartungen und Forderungen an die Politik, die Wirtschaft und an die Zivilgesellschaft.

Es geht um naturwissenschaftliche Aspekte, Technologie und Klimawandel, die Finanzierung von Forschung und Züchtung, um rechtliche Fragen und die Bedürfnisse der Wertschöpfungskette. Welche Verantwortung haben dabei private oder halb-private Firmen, die öffentliche Forschung oder die Politik?

Podiumsdiskussion mit Inputreferat

• Dr. agrar Eva Gelinsky, Politische Koordinatorin der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit und mit semnar / saatgutpolitik & wissenschaft auch selbstständig tätig

• Dr. Ing.-Agr. ETH Karl-Heinz Camp, Leitung der Geschäftsbereiche Getreide, Mais und Soja, Delley Samen und Pflanzen AG

• Dr. sc. Roland Peter, Leiter des «Strategischen Forschungsbereichs Pflanzenzüchtung» bei Agroscope

• Amadeus Zschunke, Geschäftsführer, Sativa Rheinau AG Moderation: Hans Bieri, Geschäftsführer der SVIL

Organisation: Christine Hürlimann

Anmeldung: Bitte bis zum 14. September
an mailto:anlass@agrarinfo.ch

Flyer

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Uniterre kritisiert die Deklassierung von 20'000 Tonnen backfähigen Weizen der Klassen Top, I und II für den Zeitraum vom 14. September 2020 bis 30. Juni 2021. Die Ankündigung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) vom 18. August 2020 stösst auf Unverständnis, denn die Brotweizenproduktion deckt nur ungefähr 85% des inländischen Bedarfs. Die inländische Produktion muss bevorzugt behandelt werden und wird stattdessen durch 42’446 t (Bio-Qualität) importiertes (Zollgebühr Fr. 18.-/dt) und circa 120'000 Tonnen industrielle Bäckereiprodukte konkurrenziert. Die Deklassierung bedeutet nicht nur einen Einkommensverlust für die Brotweizenproduzent*innen, sondern übt auch Druck auf die Futtergetreidepreise aus.

Die Getreideproduzenten tragen die Produktionskosten und alle Risiken (Witterung, Krankheitsbefall), sie leisten einen grossen Beitrag an die Dachorganisation (Betrieb, Lagerung usw.) um schliesslich einem ständigen Preisdruck ausgesetzt zu sein!

Der negativen Preisspirale muss ein Ende gesetzt werden. Uniterre fordert deshalb:

  • Klare Kaufverträge über Menge, Preis, Qualität und Auszahlungsmodalitäten
  • Kostendeckende Preise und faire Entlöhnung der bäuerlichen Arbeit.
  • Anhebung der Schwellen- und Richtpreise
  • Vorrang der einheimischen Versorgung und Aufwertung der Futtergetreideproduktion
  • Förderung der lokalen und regionalen Verarbeitungsstrukturen, Transparenz und Kreislaufwirtschaft.
  • Exporte welche Märkte durch ihre Qualität eröffnen anstelle der Angleichung an Tiefpreise der agro-industriellen Produktion.

Bereits am 16. Juni 2020 hat Bio Suisse die Richtpreise für Roggen um 3 Fr. und für Weizen um 2 Fr. gesenkt. Solche Preissenkungen verhindern eine nachhaltige Schweizer Produktion. Der Produzentenpreis macht nur etwa 11% des Preises für ein Kilo Brot (Weissbrot) aus. Bei unveränderten Margen würde die Preissteigerung bei kostendeckenden Preisen für die Konsument*innen 3 Rp/kg Brot ausmachen.

Es braucht Rahmenbedingungen, welche es erlauben, eine gerechte und nachhaltige Wirtschaft zu fördern, wobei der lokalen Produktion auf Grundlage eines respektvollen Umgangs mit den verfügbaren Ressourcen Vorrang eingeräumt wird!

Pressemitteilung vom 20. August 2020

Einladung zur Feldbegehung auf dem Eichhof in Spins bei Aarberg (BE) vom Mittwoch, 19. August 2020 von 18 Uhr - ca. 20.30 Uhr (Anreise hier). Stefan und Lorena Brunner führen den Hof in sechster Generation. Der innovative Biobetrieb hat sich der regenerativen Landwirtschaft verschrieben, integriert zunehmend Permakultur-Prinzipien, führt ein erfolgreiches Gemüseabo, einen Hofladen, beliefert die Gastronomie und betreibt eine Lohnjäterei. Stefan Brunner begleitet uns über die Felder und den Hof. Bei einem gemeinsamen Picknick können wir über die Grenzen und Möglichkeiten der Permakultur, Chancen der Direktvermarktung, über die Pestizid-Initiativen und die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft diskutieren.

Unkostenbeitrag Fr. 10.- pro Person. Anmeldung ist bis zum 10. August 2020 an: m.stalder@uniterre.ch.

Mitfahrgelegenheit:

Daniel Flühmann ab Mittelhäusern und Bern: 078 845 48 99

Gorm Seiler ab Langnau und Worb: 079 305 71 28

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Die Branchenorganisation Milch (BOM) hat eigentlich die Aufgabe, den Milchmarkt zu verwalten. Sie hat es jedoch bis jetzt nicht geschafft, ihre eigene Geschäftsordnung durchzusetzen (vgl. Anhang S. 2-3). Trotz bedeutender Produzentenbeiträge[1] ist es den Schweizer Milchproduzenten (SMP bzw. Swissmilk), dem Interessenvertreter der Schweizer MilchproduzentInnen, bisher nicht gelungen, eine Milchpreiserhöhung zu erwirken. Dies obwohl anlässlich der aktuellen Butterknappheit das Terrain dafür günstig wäre. Der durchschnittliche Milchpreis deckt aktuell nicht einmal die Hälfte der effektiven Produktionskosten[2]. Zudem hält die SMP 34 Prozent der Anteile der Branchenorganisation Butter und hat damit indirekt die Einfuhrrechte für die ersten 1000 Tonnen Butter miterworben. Da fragt man sich: Wie kann die SMP da noch die Interessen der MilchproduzentInnen verteidigen? Der Interessenkonflikt ist offensichtlich und verhindert eine ehrliche Verteidigung der MilchproduzentInnen (vgl. Anhang S. 5-6). Zudem stellt sich die Frage: Vertreten die Verantwortlichen unserer regionalen Organisationen wie z. B. Prolait oder Genossenschaft Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) wirklich ihre Mitglieder – oder sind sie befangen (vgl. Anhang S. 9-10)?

Die aktuelle Situation dauert schon viel zu lange an und zerstört die Molkereimilchbranche in der Schweiz. Ausgeblutet und enttäuscht werfen die MilchproduzentInnen reihenweise das Handtuch. 1995 zählte die Schweiz 44'360 Milchbäuerinnen und Milchbauern, 2019 waren es noch 19'048. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 50 Prozent innerhalb von fast 25 Jahren. Die Öffnung der «Weissen Linie», d. h. die Abschaffung der Zölle auf Milchprodukten, scheint nur noch eine Frage der Zeit. Der Beweis dafür sind die wiederholten Importanträge für Butter: Zuletzt beantragte die BOM den Import von 1800 Tonnen Butter. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) bewilligte den Antrag am 11. August. Das ist schlicht unhaltbar!

Deshalb fordern wir:

  • Eine vollständige Neugestaltung der BOM und ihrer Arbeitsweise nach dem Beispiel der gut funktionierenden Branchenverbände wie z. B. der Sortenorganisation Gruyère.
  • Von der SMP festgelegte, indexierte Beiträge für den Milchpreis ab Hof und Delegierte, die – OHNE DOPPELMANDATE – die Basis mit begrenzten Amtszeiten vertreten.
  • Die Abschaffung regionaler Organisationen, da sie ohne einen nationalen Milchpool und echte Unabhängigkeit keinen Sinn machen.
  • Eine sofortige Anhebung des Milchpreises. Wir fordern einen Milchpreis, der die Produktionskosten deckt und nicht bloss eine lächerliche, spärliche Preiserhöhung wie von einigen Verarbeitern für anfangs Juli angekündigt (zwischen 0,6 bis 1 Rp. pro Liter Milch). Das ist eine Schande!
  • Die Abschaffung von B-Milch und der (illegalen!) Zahlung der Verkäsungszulage in diesem Segment (vgl. Anhang S. 4-5)
  • Ein Gesetz, das die Deckung der Produktionskosten von landwirtschaftlichen Produkten garantiert, damit die Grossverteiler mit dem Dumping auf dem Buckel der MilchproduzentInnen und dem ständigen Preisdruck gegenüber den Verarbeitern aufhören. Es ist ein Skandal, dass Milch billiger verkauft wird als Wasser!

Die aktuelle Butterknappheit führt uns das Nicht-Funktionieren des Milchsektors deutlich vor Augen! Unzureichende Milchpreise führen zu weniger MilchproduzentInnen, weniger Milchproduktion, das Ganze gekoppelt mit einer schlechteren Wertschöpfung der Milch für die MilchproduzentInnen.

Vor knapp 30 Jahren galt für Molkereimilch ein garantierter Preis von Fr. 1.07, heute sind es noch rund 55 Rp. : Ist es nicht endlich an der Zeit, liebe BerufskollegInnen, als Gegenleistung für unsere Beiträge eine echte und rigorose Vertretung unserer Interessen einzufordern?

pdf und Annexe (Erklärungen)


[1] Durchschnittlich zahlt jeder Milchbetrieb jährlich Fr. 2290.–. Das entspricht 23,15 Mio. Fr.

[2] Gemäss Auswertung AGRIDEA betrugen im Jahr 2019 die Produktionskosten im Talgebiet 1.09 Fr./kg

Alle engagierten Einzelpersonen und Organisationen sind herzlich eingeladen!

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Die Coronakrise hat die Käseimporte in die Höhe katapultiert. Gemäss Switzerland cheese Marketing wurden in den ersten 5 Monaten dieses Jahres 29700 Tonnen Käse importiert und nur 28700 Tonnen exportiert. Der Lebensmitteleinzelhandel setzte in den Läden viel mehr Käse ab, doch diese zusätzlichen Mengen kaufte er im Ausland ein. Damit verliert der LEH seine Glaubwürdigkeit vollends. Man kann nicht den Einkaufstourismus als unpatriotisch beklagen und bei der erstbesten Gelegenheit selber lastwagenweise noch mehr importieren!

Die Schweizer Milchbäuerinnen und Milchbauern machen schwierige Zeiten durch. Wir lesen in den Zeitungen, dass der Schweiz ein Buttermangel droht und dass bei uns während des Lockdowns viel mehr Frischkäse verkauft worden ist. Von diesen für uns eigentlich positiven Marktmeldungen spüren die Milchbauern nichts. Da läuft doch einiges schief. Rekordhohe Käseimporte und dazu noch3000 Tonnen Butterimporte und der Milchpreis bleibt wo er ist: Der Schweizer Milchmarkt ist und bleibt ein Machtspiel in dem die Bauern als Verlierer dastehen.

Für BIGM stellt sich die Frage, warum sich die Milchbranche weigert, dass unsere hochqualitative Schweizer Milch dort verarbeitet wird, wo der beste Milchpreis generiert werden kann. Bitter wird ein Blick in die Statistik der Oberzolldirektion. Die Schweiz exportierte in den Monaten März bis Juni 297000 Kilo Halbhartkäse nach Italien. Zu eigentlichen Ramschpreisen: März 3.40, April 3.20, Mai 2.70 und Juni 2.80 pro Kilo. Nach wie vor ist es ein Branchengeheimnis, welche Hersteller bei diesen Skandalexporten mitmachen. "Alle wissen zwar Bescheid, aber niemand sagt etwas." Solange dieses Credo für die Milchbranche gilt, kann sich nichts ändern. Irgendwann reicht es aber!

Mit kämpferischen Grüssen
BIG-M - die Basisorganisation für einen fairen Milchmarkt

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Die Coronakrise hat die Käseimporte in die Höhe katapultiert. Gemäss Switzerland cheese Marketing wurden in den ersten 5 Monaten dieses Jahres 29700 Tonnen Käse importiert und nur 28700 Tonnen exportiert. Der Lebensmitteleinzelhandel setzte in den Läden viel mehr Käse ab, doch diese zusätzlichen Mengen kaufte er im Ausland ein. Damit verliert der LEH seine Glaubwürdigkeit vollends. Man kann nicht den Einkaufstourismus als unpatriotisch beklagen und bei der erstbesten Gelegenheit selber lastwagenweise noch mehr importieren!

Die Schweizer Milchbäuerinnen und Milchbauern machen schwierige Zeiten durch. Wir lesen in den Zeitungen, dass der Schweiz ein Buttermangel droht und dass bei uns während des Lockdowns viel mehr Frischkäse verkauft worden ist. Von diesen für uns eigentlich positiven Marktmeldungen spüren die Milchbauern nichts. Da läuft doch einiges schief. Rekordhohe Käseimporte und dazu noch3000 Tonnen Butterimporte und der Milchpreis bleibt wo er ist: Der Schweizer Milchmarkt ist und bleibt ein Machtspiel in dem die Bauern als Verlierer dastehen.

Für BIGM stellt sich die Frage, warum sich die Milchbranche weigert, dass unsere hochqualitative Schweizer Milch dort verarbeitet wird, wo der beste Milchpreis generiert werden kann. Bitter wird ein Blick in die Statistik der Oberzolldirektion. Die Schweiz exportierte in den Monaten März bis Juni 297000 Kilo Halbhartkäse nach Italien. Zu eigentlichen Ramschpreisen: März 3.40, April 3.20, Mai 2.70 und Juni 2.80 pro Kilo. Nach wie vor ist es ein Branchengeheimnis, welche Hersteller bei diesen Skandalexporten mitmachen. "Alle wissen zwar Bescheid, aber niemand sagt etwas." Solange dieses Credo für die Milchbranche gilt, kann sich nichts ändern. Irgendwann reicht es aber!

Mit kämpferischen Grüssen
BIG-M - die Basisorganisation für einen fairen Milchmarkt

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APPELL AN DIE VERNUNFT !

Im April wandten wir uns mit einem offenen Brief an Bundesrat Guy Parmelin, in dem wir die Entgleisungen der jüngsten Entscheidungen bezüglich der Importe, insbesondere von Rindfleisch und Eiern, anprangerten.

Ebenfalls im April machten wir unsere Ablehnung des Imports von 1'000 Tonnen Butter bekannt. Im März kämpften wir an der Seite der Gemüsebäuerinnen und -bauern für die Wiedereröffnung der Märkte in den Städten, glücklicherweise mit Erfolg.

Es waren Appelle an die Vernunft und den gesunden Menschenverstand. Die Coronavirus-Krise verdeutlicht unsere grundlegendsten Bedürfnisse: Sicherheit, Essen, Trinken und die Wahrung der Menschenwürde. Wenn das Unwahrscheinliche eintritt und die Grenzen sich schliessen, bedeutet autonom zu sein, frei zu sein. Zwar bietet uns die Digitalisierung eine kostengünstige Globalisierung auf dem Silbertablett, aber für eine reiche Nation wie die unsere war der Schock, als wir feststellen mussten, dass uns dies sehr wenig nützt, umso grösser. Ohne die Unterstützung aus fernen Ländern, deren Ressourcen wir in der Regel schamlos ausbeuten, kommen wir nicht über die Runden. Wir sind beispielsweise abhängig von ihrer Arbeitskraft zur Herstellung landwirtschaftlicher Produkte oder von Gütern des täglichen Bedarfs. ,

Unter dem Vorwand, die Sicherheit der Bürger*innen zu gewährleisten, reagierte die politische Klasse in einer Weise, die insgesamt vorhersehbar war. Die Erleichterung von Importen ist eine Notfallreaktion. Die Schliessung städtischer Märkte bedeutet, nicht wirklich über mögliche Lösungen zur Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern nachzudenken. Die Zeit mag ein knappes Gut gewesen sein, die Milliarden an Unterstützungsgeldern nicht. Umso besser, wenn dadurch unsere KMUs gerettet werden.

Die Bürger*innen reagierten auf unterschiedlichste Weise. Sie nahmen sich das Recht, nachzudenken und Solidarität zu zeigen. Sie gingen zurück auf die Bauernhöfe, um lokal einzukaufen. Sie stellten aus dem, was ihnen zur Verfügung stand, Stoffmasken her. Sie improvisierten als Lehrer*innen. Sie reagierten auf den Aufruf der Krankenhäuser, den Gesundheitsteams freiwillige Unterstützung anzubieten. Sie nutzten ihr Talent, um allen unentbehrlichen Berufen ihre Dankbarkeit zu zeigen, auch denen, die am schlechtesten bezahlt werden. Sie kümmerten sich um ältere und verletzlichere Menschen.

Solidarität, Teilen und gemeinsames Handeln war die Chance für uns, ein Stück Autonomie zurückzuerobern angesichts der vielen unbekannten Parameter in dieser Krise. Viele Schweizerinnen und Schweizer handelten zu Beginn aus Pflichtgefühl. Aber in vielen Fällen ist es schlussendlich zu einer Freude geworden und hat dem Leben einen neuen Reiz verliehen.

Vanessa Renfer, Bäuerin und Uniterre Sekretärin

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UND DANACH ?


Wir schreiben diesen Leitartikel mitten in einer Phase von Einschränkungen und mit der Hoffnung, dass sich bis Mai jeder und jede unserer gefährlichen Abhängigkeit von Importen (Lebensmittel, Brennstoffe, Rohstoffe für Unternehmen, pharmazeutische Produkte usw.) bewusst wird. So beschloss Russland, der weltweit führende Weizenexporteur, am 3. April 2020, seine Exporte verschiedener Getreidesorten, darunter auch Weizen, bis zum 30. Juni zu begrenzen. Dies beweist, dass im Falle einer Knappheit nationale Interessen immer Vorrang haben werden.

Martina Brun schreibt, dass die Pandemie die Schwächen unseres Systems entlarvt: Unsere Abhängigkeit von Importen macht die Schweiz vor allem in Krisenzeiten vom guten Willen und den politischen Strategien von Drittstaaten abhängig. Die Schweiz muss daher Anstrengungen unternehmen, um ihre Autonomie und Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu erhöhen. Dies erfordert eine starke Agrarpolitik, die die heimische Produktion und kurzewiderstandsfähige Lieferketten unterstütz.

Unser Wald ist ein Gut, das es zu erhalten und aufzuwerten gilt! Als hocheffiziente Kohlenstoffsenke hat er auch ein interessantes Potenzial als Brennholz (Erhöhung der Energieautonomie) und für das Baugewerbe. Die Schweizer Holzindustrie muss gestärkt werden, damit die forst- und holzbezogenen Berufe überleben und sich eine gesunde lokale Industrie darum herum entwickeln kann. Während des zweitägigen Anlasses "Widerstand am Tellerrand" bekräftigten die rund 200 Anwesenden, welche Bedeutung sie der lokalen Landwirtschaft beimessen, einer Quelle der Verbundenheit von Natur und Tierwelt, respektvoll gegenüber Männer und Frauen, Bauern und Bäuerinnen und Arbeiter*innen, in der Schweiz und überall auf der Welt. Jeder und jede sollte ein Lohn erhalten und unter soziale Bedingungen leben, die ein würdevolles Leben ermöglicht!

So ist es inakzeptabel, dass wir Obst und Gemüse konsumieren, das die Preise der einheimischen Produktion massiv unterbietet und von unterbezahlten Arbeitern* ohne Versicherung und Schutz produziert und geerntet wird. Es ist inakzeptabel, dass wir importiertes Fleisch konsumieren, das über Tausende von Kilometern transportiert wurde und dafür im Herkunftsland die Arbeiter*innen ausgebeutet werden! Indem wir diese Produkte importieren und konsumieren, sind wir mitverantwortlich für menschliche Tragödien!

Es ist an der Zeit, ein System zu entwickeln, das auf Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Verantwortung beruht. Es ist an der Zeit, dass alle Beteiligten mit Führungsverantwortung in allen Sektoren, einschliesslich der Grossverteiler, über die Auswirkungen ihres Handelns sei es auf die Bauernfamilien oder die Arbeiter*innen auf den Feldern, bei der Verarbeitung, der Verpackung oder im Warenverkehr, Rechenschaft ablegen.

Michelle Zufferey, Sekretärin Uniterre

Das Treffen ist offen für alle Sympathisant*innen und Mitglieder.